Dienstag, 30. April 2019

Andermatt - Bastogne - Zureich

Der Postkartenfranz tritt nun als Sponsor von Gabentischen im Internet auf: Es geht um Silber am Alpenbrevet.
Seit wenigen Tagen ist die Sammlung eröffnet. Und bereits gibt es zwei anonyme Booster oder Boosterinnen, die das Projekt «Piz Grodon Bleu - Magura oho» auf Wemakeit unterstützen. Herzlichen Dank! Kassier Campo konzentriert sich ganz auf seine Aufgabe des Fundraisings, wobei aber das Training nicht ruht. Nicht ruhen darf! Die Teamkollegen kneten derweil ihre Waden und versprechen, dass sie sich auch noch einmal mit Wort und Bild zu erkennen geben. Tag X ist der Samstag, 24. August in Andermatt. Mit Bastnach in Belgien hat das nichts zu tun, das war vorgestern.

Montag, 29. April 2019

Rutger, Tucker et Sébastien

Hier gab es ein rohes Ei, doch niemand weiss mehr, wo genau das war. Obwohl man es natürlich rekonstrieren könnte.
Der Historiker Rutger Bergman wurde berühmt, weil er nach Davos ans Wef reiste und auf einem Panel den Standpunkt vertrat, dass die Steuerflucht das grössere Problem für die Menschheit sei als der Klimawandel, über den Klaus Schwab so gern schwafelt. Sowas darf man natürlich am Wef nicht sagen. Umso mehr, weil die Steuerflucht von reichen Ausländern auch das Geschäftsmodell des Gastgeberlands ist. Wie neulich der welsche Historiker Sebastien Guex sehr anschaulich erklärte.

Sonntag, 28. April 2019

Ich möchte lieber ein Mündel sein


Unser Supervater findet es verblüffend, wie er oft erst als Vater vieles erlickt. Aha-Erlebnisse: Alles wird kopiert.
Man hätte es sich ja schon vorher überlegen können. Oder weglaufen. Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es gecheckt habe. Aber wie die meisten Sprichwörter ist halt auc„Vorbild und Führungsaufgabe Vatersein – schwierig, schwierig, jeden Tag, livelong learning from the roots – just a test...“
h dieses leider sehr wahr. Das Abenteuer Elternsein hat mich schleichend eingeholt, vom Überschuss an Lebenslust ist zwar noch ein kleiner Rest da, aber es fehlt die Zeit, um sie einzulösen. Denn das eigene Glück steht nicht mehr im Zentrum. Am meisten stresst mich, dass jetzt alles so effizient sein muss.
Ich habe mich nun auf die Dekade im Zeichen des Bienenfleisses eingestellt. Willkommen in der Verantwortung, die man nirgends bestellen würde, wenn es die Kinder im Katalog gäbe. Aber sie wird einfach mitgeliefert, beziehungsweise mehrfach, gopf! Plötzlich ist man Vorbild, kann sich keinen Mist mehr erlauben. Und nicht einmal mehr ungeniert herzhaft fluchen. Alles wird sofort abgeschaut und kopiert. Immerhin gesünder ist das Leben geworden: Für Rauchpausen fehlt die Zeit.  
Der Zusatzaufwand für die unmündigen Haushaltsmitglieder wäre ja noch zu leisten, man kann sich das aufteilen, wo man praktischerweise schon zu zweit verantworltich ist für das Chaos: Waschen, Aufräumen, Verpflegen, ok, sie können es ja noch nicht. Das gehört dazu.
Aber wo es aufhört, lustig zu sein, ist diese geballte Unvernunft, die im täglichen Umgang immer wieder hochkommt. Es sind Punks, man kann es nicht anders sagen. Diese diabolische Lust am Provozieren, woher haben die das nur? Nun will er sich nicht anziehen. Einfach so. Kategorisch. Und wieso soll ich nun ruhig Blut bewahren, liebevoll Verständnis äussern, taktisch klug Alternativen vorschlagen, wenn ich doch viel lieber die Herausforderung annehme, mit dem zweijährigen Trotzkopf lustvoll zu streiten. Auf Augenhöhe, versteht sich, wie ich es schon mit seinen älteren Schwestern immer noch tue. Sollen die mal vernünftig werden. Ach, leider sind sie es noch weniger als ich.
Unterdessen steht für mich fest, dass ich den Elterntest nie bestanden hätte, wenn es einen gäbe. Bei Geduld und Sanftmut wäre mir bei der Prüfung der Faden mehrfach gerissen und in der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär habe ich den Tagesbefehl verachtet und demonstrativ nie eines Blickes gewürdigt. Nun finde ich mich jeden Morgen vor dem Familienkalender und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von potenziellen subversiven kleinen Kämpfern. Und wenn wir schon beim Militär sind (Dienstpflicht erfüllt!) Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören. Und es wird ja zum Glück immer besser: Seit neustem deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch, und wenn alle fertig sind, wandert alles wieder zurück an den Ort. Cool, oder? Soll noch jemand sagen, die Gesellschaft mache keine Fortschritte. Und das machen natürlich auch die Kinder – von alleine.

Samstag, 27. April 2019

Wer ist stärker, ich oder du?


Eine Ohrfeige hat noch keinem geschadet, meint der Volksmund. Das ist eine kurzsichtige Erziehungsmethode.
Leider kann ich hier nicht verkünden, dass mir die Hand noch nie ausgerutscht ist. Doch ich schäme mich dafür, auch dass es ab und zu vorkommt, die offene Provokation des Kindes. Besonders mit Zweijährigen bin ich schwer überfordert, ich gebe es zu. Sie haben eine Art zu argumentieren, die mich auf die Palme bringt. Instant, radikal unvernünftig! Und die Lösung ist so verführerisch, die körperliche Überlegenheit so krass, zudem kann man ja nicht ewig warten, man ist in der Pflicht, den Tarif durchzugeben: Also bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.
Heute Morgen war es mal wieder so weit, mea culpa. Eine unbeherrschte Grenzüberschreitung meinerseits. Nein, ich habe mein Kind nicht geschlagen. Ich habe den trötzelnden Buben nur unter den Arm geklemmt und gegen seinen Willen auf dem Velositz befestigt, um ihn, wie es das Montagritual vorsieht, auf dem Weg  ins Büro in die Kita zu fahren. Nur wollte der Kleine heute Morgen einfach nicht. Er hatte keine Lust und machte seinen Standpunkt schnell klar. Es ist ja nicht so, dass er seinen Willen nicht klar argumentieren könnte, nein, im Gegenteil: Für einen gut zweijährigen äusserte er  sogar recht vernünftig den Wunsch, Ich will da bleiben und spielen. Dann, als dieser Vorschlag auf ein müdes Lächeln unserseits stiess, wollte er stattdessen mit Mama zur Arbeit zu fahren.
Schliesslich hatte er das ganze lange Wochenende ganz allein mit ihr verbracht, ein Traumwochenende für so einen kleinen Mamihöck. Und ich nehme es ihm überhaupt nicht übel, dass er mich kaum vermisst zu haben scheint. Ich sehe sogar grosszügig darüber hinweg, dass er mich grundlos kritisiert, nur aufgrund meiner Anwesenheit beim Frühstück, die ihn offenbar in seiner mütterlichen Idyllie stört. Nun müssen wir aber los, anziehen geht noch, trotz Zeitdruck, leider ist die Mama auch noch da, sie ist aber mit den grösseren zwei beschäftigt.
Theoretisch ist ja das eine liebreizende Idee, dass man mal mit der Mama zur Arbeit fahren möchte. Das wäre bestimmt interessant und liesse sich vielleicht einmal einrichten – aber ein andermal. Jetzt müssen wir los. Wim besteht auf seinem Standpunkt, unverrückbar.
Hier treffe ich in meiner elterlichen Entscheidungsgewalt eine Entscheidung: Grenzüberschreitung: Ich packe ihn, schleppe ihn auf das Velo und fessle ihn relativ unsanft, den Schnudderi, auf das Sitzli vom Velo. Immer beherrscht, aber bestimmt, ihm gut zuredend, die Wonnen eines Kitatages ausschmückend.
Dialog ist immer besser, Vernunft ist gut. Trotzdem: Das Geschrei hört selten auf, wenn man ein Kleinkind unter den Arm klemmt und mit ihm fortmarschiert. Es geht erfahrungsgemäss erst richtig los. Und ich würde schon sagen, dass man, wenn man nicht den riskiert, den Willen zu brechen doch, riskiert, dass das Kind einen Knacks kriegt. Und die Regeln der Sozialisation bestimmen, dass genau das weiter geht, von Generation auf die nächste. Und wenn man pech hat wird es zum Bumerang, weil der kleine ja irgendwann stärker sein wird. Man kann nur hoffen und warten und warten und hoffen, dass er bis dann auch einigermassen zur Vernunft gekommen ist.


Freitag, 26. April 2019

Wozu im Jahr 2019 noch bloggen?

Leiterwagen, Einrad, Kindervelos und Rennräder: Links das Grüne wäre das Rad für den Ernstfall, blau steht für Training.
Gestern ist auf der Crowdfundingplattform Wemakeit eine kuriose Sammlung eines gewissen Campo angelaufen, die 49 Tage dauert und vielleicht etwas Erklärungsbedarf benötigt. Wozu wird hier gesammelt? Und was kann man als Spender gewinnen? Nun, nebst einem guten Gewissen gibt es am Alpenbrevet 2019 jede Menge Aufmerksamkeit. Aber nur für den Leibchensponsor des Teams «Gavel - Gordon - Bleu - Magura». Man könnte diesen Namen natürlich auch durch einen x-beliebigen Firmennamen ersetzen, falls man das nötige Kleingeld dafür zur Verfügung hat. Den edlen Spendern sei im Voraus gedankt!

Donnerstag, 25. April 2019

Heute ist der Tag der Befreiung Italiens

Dieser gelbe Ferrari wurde am Rande einer Kunstauktion fotografiert. Er stand dort aber nicht zum Verkauf.
Es ist ein Kreuz mit diesen Feiertagen. Immer vergisst man sie, wenn sie einen nicht persönlich betreffen. Dabei gäbe es zum 25. April viel zu erzählen. Italien wurde ja nicht einfach so befreit. Aber ohne die Befreiung Italiens gäbe es heute auch keine schicken Zuhälterschlitten, in der Signalfarbe gelb, die bedeuten: Ich habe keine Ahnung, wieso Italien überhaupt je gefangen war.

Mittwoch, 24. April 2019

Das verschwundene Dokument

Der junge Xi war bei den Mädchen beliebt: Er konnte aber auch wirklich gut lässig rumstehen.
Plötzlich war das Dokument verschwunden. Tante Emily verdächtigte den Untermieter Xi. Er sah zwar aus, als könne er keiner Fliege etwas zu Leide tun. Doch genau das macht ihn verdächtig. Tante Emily ordnete also an, den Inhalt von Xis Tasche zu inspizieren. Das war einfacher gesagt als getan.