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Montag, 19. November 2018

Endlich Fussballfrei

Paul und Simone lernten sich durch Zufall kennen: Er war jeden Abend da und zeigte sein Portmonee, sie wurde versetzt.
Es war eine schöne Bar. Die Gestalter hatten an alles gedacht. Nur nicht an die Luxuswohnungen, das Betriebskonzept und den Städtebau. Den der Wirt - ein musikbegeisterter Eunuche - bestand darauf, jeden Abend persönlich statt eines Barpianisten Kolloraturen rauf und runter zu rattern. Deshalb blieb das Publikum dünn und mehrheitlich taub. Ein paar klassikaffine Sonderlinge verirrten sich am Montag in das Lokal, das ansonsten brach lag. Die Wohnungen aber blieben im ewigen Leerstand, da niemand die Beschallung abends aushielt. 

Samstag, 27. Oktober 2018

Der Kenner setzt sich unbewusst auf den Schleudersitz

Es sieht romantisch aus, ist aber in Wahrheit eine fiese Falle: Sie lockte ihn mit süssen Versprechungen in sein Verderben.
Der Kenner ignorierte ihn. Er ging betont unachtsam an dem Ladenlokal vorbei, das gleich hiess wie ein Opfer, aber keines war. Insgeheim aber hoffte er, der Kenner würde erkennen, dass er im Begriff war, sich auf seinen Schleudersitz zu setzen. «Adjektive sind nicht schlecht!», rief er ihm nach.

Montag, 18. Juni 2018

Das Foto fürs Album

Wir wollen für einmal eine Ausnahme machen: Der Titel oben und der Text unten haben einen Zusammenhang, yeah!
Die Stadt Zureich hat neun Stadträte, wovon drei der stärksten Partei der Stadt angehören, die vor den Wahlen jedoch noch vier von neun Sitzen hatte. Nun hat diese Partei die Wahlen zwar verloren, rein auf die Stadtregierung bezogen. Sie hat sich aber trotzdem nicht bewegt: Ihre Räte bleiben auf den Sitzen sitzen. Und die alten Minderheitenmitbewerber der Alternativen Liste und der liberalen Hochfinanzfraktion wurden strafversetzt. Sie mussten ebenso wie die neugewählten, unverbrauchten Kräfte neue Arbeitsfelder übernehmen. Man nimmt halt das, was übrig bleibt. Das alles sieht der Betrachter auf dem Foto aber nicht. Trotzdem wünschte ich mir eine gedruckte Postkarte davon. Und nur noch eine Frage: Wer ist eigentlich die Dame ganz links aussen, so grausam abgeschnitten?

Mittwoch, 25. April 2018

27 Minuten

In 27 Minuten kann man natürlich nicht die ganze Botanik durchnehmen. Aber für eine kleine Haschlektion reichts allemal.
Es gibt diese blöde Werbung für Zebraboxen, wo es heisst, dass echte Krieger mit ÖV zügeln. Leider verstehe ich diesen Witz nicht. Doch der Soundtracks der Buslinie 32 von Morgental bis Bucheggplatz dauert in jeder Richtung 27 Minuten. Es wird empfohlen, das Stück am Stück zu hören.