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Montag, 7. September 2020

Die Wachküche

Dies ist nur die eine Seite der Postkarte. Auf der anderen Seite steht eine persönliche Nachricht.
Phil erwachte in der Wachküche. Wie aus einem Traum, der in den Antillen der Turks- und Caicos-Archipele spielte. Darin traf er auf maskierte Chirurgen und Bankräuber mit Geldnöten.

Donnerstag, 30. Juli 2020

Eskapismus bei Wildschweinen

Das Tier fristete ein Mauerblümchendasein am Rand. Niemand wollte es bestaunen, so döste es mit offenem Mund.
Der amerikanische Journalismus eines Economist ist insofern grossartig, dass sie mitunter lange Zitate für sich sprechen lassen. Wie dieses Beispiel von Präsident Trump in Oklahoma zeigt. Man kann Titel, Teaser und Einstiegsquote lesen und kriegt eine Ahnung, bzw. ein umfassendes Bild des Anlasses. Dou you get the picture?

Freitag, 24. April 2020

Der Vierachser mit Kippautomatik

Endingen ist am anderen Ende: Das schweizerische Kaiserstuhl liegt nah an der Grenze, direkt am Rhein, aber im Aargau.

Erwin war ein Staubsauger. Er tüftelte so lange mit seinem Saurer, bis er die Nähmaschine holte und den Dreh raus hatte. Wenn er mit dem Berna den Vierachser retour spulte, waren die Bots begeistert.

Montag, 13. April 2020

Moretti hätte eine Geschichte erzählt

Die Vespa ist nur ein Sinnbild für die Verkehrswege, die im engen Tal gen Flüela mitunter nah und faul beieinander liegen.
Wenn Olten der Mittelpunkt der Schweizer Verschwörungstheoretikern ist, so ist Langenthal der Nullpunkt der Eishockeynation. 1948 wurde dieser Club gegründet, wie man auf Twitter nachlesen kann. Dazu muss man allerdings lesen können, was den Biathleten von Zofingen kaum einer zumutet.

Dienstag, 31. März 2020

Wie gelingt der Aprilscherz?

Am 1. April hat jeder die Lizenz zum Veräppeln. Die sollte man unbedingt nutzen. Und zwar so.
Damit der Aprilscherz nicht misslingt, befolgt man acht Regeln. Der Rest ist Fantasie.  

Erstens: Es heisst nicht umsonst in den April schicken. Zum Aprilgaudi gehört ein aufgezwungener Ortswechsel des Opfers. In Ausnahmefällen kann es aber auch ein tele-fonischer Rückruf sein. Etwa wenn sich ausgerechnet heute gleich zwei Flammen des verliebten Mitbewohners gemeldet haben. Natürlich kleben wir ihm diese frohe Botschaft auf Zetteln an die Zimmertüre. 
Zweitens: Jeder glaubt gern an das, wovoner heimlich träumt. Darum sollte dein April-scherz die Schwachstelle deiner Liebsten angreifen. Den Helikopterfan schickt man zur Helilandung, die Anhängerin von Tom Lüthi mit ihrem frisch geborenen Sohn zum Baby-Talent-Testfahren ins Emmen Center. 
Drittens: Ausser dem Ego des Opfers sollte nichts Schaden nehmen. Lass dem Nachbarn nur eine unbestellte Pizzaliefern, wenn du sie danach auch bezahlst. 
Viertens: Aktualität erhöht die Glaubwürdigkeit. Ich könnte wetten, dass es im Entlebuch plotzlich noch gratis WM-Tickets gibt. Gratisangebote sind überhaupt bewährte Lockmittel. Auch die Exklusivität hat schon manche Verehrerin an eine Privatshow gezogen. Sind nicht Tokio Hotel inder Nähe? 
Fünftens: Keiner zu klein, ein Scherzkuchen zu sein. Wer würde dem Buben nichtglauben und ihm den verlorenen Ball vom Garagendach holen? 
Sechstens: Je absurder der Scherz, desto diebischer die Freude. Wer will an der Tankstelle Benzin umtauschen? Oder wo gibtsendlich ein Medikarnent gegen die Ansteckung mit Computerviren? 
Siebtens: Die wichtigste Regel: Ernst bleiben und die Sache durchziehen. Nichts Unlustigeres als ein verfrühtes «April, April», wenn Grosspapa erst den Mantel von der Garderobe nimmt. 
Achtens: Zum vollendeten Aprilscherz gehört die Überraschung des Reingefallenen am Ort des Witzes. Hier kann man nun «April» jauchzen und sich mit dem Opferlachend versöhnen. Viel Spass!

Sonntag, 22. März 2020

Lotto-Bingo im Säli

Er ziehe die Sachen nicht richtig durch, sagte Michael. Und damit hatte er natürlich den Nagel auf den Kopf getroffen.
Vor einem Jahr verantstaltete die Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich ein Lotto-Bingo für Sans-Papiers. Es gab Preise zu gewinnen und Unterhaltung, wie früher im Dorf oder im Skilager. Die Jugendlichen in der Stadt wissen aber wohl die meisten gar nicht mehr, wie man Lotto spielt. Täusche ich mich?

Mittwoch, 19. Februar 2020

Bitte eintreten und heftig klingeln

Die Hosen sind hübsch, wenn auch nicht ganz stilecht. Aber wer geht schon an die Eroica, um Komplimente zu fischen?
Der Vergleich ist simpel: So wie Caesar einst den Rubikon überschritt, so hüpfte der deutsche Dichter Fritz in den Wahnsinn. Dabei wäre es gar nicht nötig gewesen! Leider wurde er von den Ärzten auch noch falsch behandelt, der arme Lyriker. Dabei hatte er Vaterlandslieder geschrieben, die noch heute jedes deutsche Herz zum hüpfen bringen. Immer hüpft aber auch alles, es ist ein auf und ab.

Sonntag, 9. Februar 2020

Rivella auf dem Primetower

Das Gittermuster ist leicht psychotisch: Bitte nicht zu lange mit den Augen fixieren. 
Es ist verboten, auf getrennten Ausflügen den Kindern Süssgetränke zu offerieren. Ausnahmen sind urbane Aussichtspunkte von besonderer Bedeutung. Dort darf es auch mal ein Rivella geben.

Samstag, 18. Januar 2020

Ada sagt Aua

Der Würfel links ist von HR Giger selig. Das ist der Mann von den Aliens, aber ich glaube er lebt nun nicht mehr.
Es kann passieren, dass man zu einer Randstunde, wo erst die Putzteufel in den öffentlichen Räumlichkeiten sich befinden, an der ETH vorbeikommt. Im Physikgebäude auf dem Hönggerberg hat es eine Türe, auf der steht, dass es kein Eingang sei und dass sie geschlossen sei. Das doppelte Gegenteil ist der Fall! Dies beweist dieses Bild.

Donnerstag, 16. Januar 2020

Schnell in den Keller huschen

Das leere Blatt hatten wir auch schon mal hier: Zeichne bitte ein "Täglich grüsst das Murmeltier".
Bill suchte eine Wohnung, aber war sich nicht so sicher, wieviel Zeit und Energie er in das Projekt investieren konnte. Zweifelnd und zaudernd wie er vom Naturell her war, sucht er womöglich noch heute. In ein Loch aber wollte er nicht ziehen. Dann lieber in eine Loft mit Ausblick auf die Gleise.

Samstag, 23. November 2019

Der Hauptmann von Köbernickelodian

Das irre Schriftbild wurde vor mehr als einem Jahr aufgenommen. Aber in gewisser Weise hat es sich kaum verändert.
Das Entlebuch für Legastheniker ist ne erschienen. Wenn es erschienen wäre, hätte hoffentlich ein Korrektor den Tippfehler im Titel bemerkt. Sonst wäre es ja sowas wie der grösste Fail der Welt.

Montag, 11. November 2019

Haut ihr nicht den ganzen Hals ab

Was ist echt, was ist fake? Der Ball links scheint auf den ersten Blick ein Meteorit zu sein. Bart und Schnurrbart sind echt.
Zwischen zwei Waschgängen pflegte er immer seine Fingermuskulatur zu stärken. Da er jeden Tag in der Waschküche war, ergab es nach Jahren der Übung eine schier perfekte Haltung. Die Behinderung war nicht mehr sichtbar.

Sonntag, 29. September 2019

Elbaman ist grad zu Bruch gegangen

Blau in blau: Dem Kennerblick dürfte auffallen, dass das Froschgrün des Villigervelos mit der satten Wiese korrespondiert.
Die Winde und das Unwetter waren weissgott dergestalt, dass man keinen Hund vor die Tür gesetzt hätte. Da aber das Tor offen war und das Event mutmasslich erst am folgenden Tag stattfand, wagte sich der Fido auf die Treppe. Lance erstarrte, als er beinahe über den Hund stolperte. Doch der Schreck schien gegenseitig. Jedenfalls trottete der Jagdhund still in sein Revier zurück.

Samstag, 28. September 2019

Die letzte Velobörse der Saison

Dies ist nur ein Symbolbild: Das Velo links im Bild wird nie zu verkaufen sein. Aber es müsste dringend in den Service.
Ein Fläschchen Öl, ein Fahrradschloss: Es gibt Dinge, die kann man wieder kaufen. Selbst wenn sie einem gestohlen werden. Das kann auch Radfahrern passieren. Deshalb gibt es Velobörsen. Heute zum letzten Mal dieses Jahr auf dem Helvetiaplatz. Komm auch vorbei, man muss nichts kaufen.

Montag, 3. Juni 2019

Warum heisst der Flohmarkt so?

Wer das liest, will sich kratzen. Denn den Begriff Flohmarkt haben wirklich Kleinlebewesen geprägt. Perücken machten es möglich.
Ach, die gute Erymologie. Manchmal scheint mir die Wissenschaft von der Herkunft der Wörter ein Festival der Mutmassungen zu sein. Beim Flohmarkt ist das anders. Dort sind sich für einmal alle Etymologen einig.Denn die Herkunft des Wortes liegt auf der Hand. Der Name des Flohmarkts kommt tatsächlich von den Flöhen, die schon auf den ersten Gebrauchtwarenmärkten mit dabei warenund zusammen mit gebrauchten Kleidernund Perücken den Besitzer wechselten. Mehr Mysterium um das Wort gibt es nicht. Doch es gibt unter den Hobby-Etymologen auch erfinderische Deuter, die trotzdem subversiv versuchen, neue Herkunftsthesen in Umlauf zu setzen. Das englischsprachige Internet-Lexikon wordorigins.org beschäftigt sich mit solchen Mythen, die in der Wortkunde des Alltags umhergeistern. So behaupten manche. das Wort Flohmarkt komme von derTatsache, dass Flohmärkte im Gegensatz zu Korn- und Weinmärkten nie am gleichen Ort gewesen seien, sie wären eben wie ein Floh von Ort zu Ort gehüpft. Bei den anderen Etymologen kam diese These aber nicht so gut an, weil sie offensichtlich von zuweit her gehüpft kam.
Paris, London, Luzern
Belegt ist aber, dass der Ausdruck Flohmarkt aus dem Französischen stammt. In Paris hiessen die Märkte für Gebrauchtwaren zuerst «marché aux puces». Dieser Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ins Englischeund Deutsche übersetzt und übernommen. Zum Glück hat sich nicht nur das Wort,sondern auch der Flohmarkt selbst auf derganzen Welt etabliert. Natürlich auch in Luzern, wo der Flohmarkt am Reusssteg seit fast 40 Jahren jeden Samstag von Mai bis Oktober Scharen von Schnäppchenjägern anzieht. Neben Kleidern und alten Hüten werden Antiquitäten, Apparate und allerlei Alltagskram angeboten. Liebhaber schätzen das entspannte Markttreiben unter freiem Himmel, wenn auch nicht ganz auszuschliessen ist, dass der eine oder andere Floh aufeinen neuen Besitzer wartet. Das Flohmarkthaus in Luzern ist auch in den Wintermonaten offen.