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Dienstag, 6. Juli 2021

Was erstaunt dich?

Man muss auch die guten Dinge sich in Erinnerung rufen: Dieses Kindergartenbild ist lange her, mindestens drei Jahre.
Wim ruft an und fragt, er brauche Hilfe bei den Hausaufgaben: «Was erstaunt dich? Worüber staunst du?». Ich staune, megametamässig, darüber, dass ich ein solches Telefonat erhalte, das mich sehr aufstellt. Und ich staune auch ab Heerengäggeln und glitzernden Milchbrenten und dass ab heute Maskenpflicht herrscht.

Donnerstag, 10. Dezember 2020

Sturmfrei in den eigenen 4 Zimmern

Dieses Inserat ist ein Screenshot eines Zeitungslesers: Es zeigt eine Werbung von Parship, dem Tinder für Senioren.
Erwin zum Beispiel war trocken und trank keinen Schluck, seit er pensioniert war. Montags aber nahm er einen Abfallsack und eine Zange und machte eine Runde im Quartier, um allen Müll zusammenzulesen, auf der Strasse und auf dem Trottoir. Es machte ihn glücklich.

Dienstag, 5. Mai 2020

Warum Sophie gut gemeinten Bons die kalte Schulter zeigt

Shoppers, auf in den Shop: Der Code dürfte noch gültig sein! Ob er persönlich ist oder klaubar?
Die kalte Sophie konnte nichts kaufen, weil ihre Finger so klamm waren. Sie hatte gerade trotzdem eine Rechnung bezahlt. Zudem hasste sie Geburtstage, aber das war eine andere Geschichte. Ihr Lebensmotto war, jeden Tag so zu leben, als sei es ihr letzter.














                                                           

Freitag, 24. April 2020

Der Vierachser mit Kippautomatik

Endingen ist am anderen Ende: Das schweizerische Kaiserstuhl liegt nah an der Grenze, direkt am Rhein, aber im Aargau.

Erwin war ein Staubsauger. Er tüftelte so lange mit seinem Saurer, bis er die Nähmaschine holte und den Dreh raus hatte. Wenn er mit dem Berna den Vierachser retour spulte, waren die Bots begeistert.

Mittwoch, 24. Juli 2019

Lyriklotto has been launched

Neun Arten, um ein Bündel zu schnüren. Man kann damit fizzen oder wünscheln. 
Als er nach sieben Jahren Gärung sein Notizbuch wieder hervorkramte, fand er seine alte, vermoderte Idee vor. Er fand sie immer noch gut, bedauerte aber, dass er damals nicht den Mut gehabt hatte, sie einem echten Markttest auszusetzen.

Freitag, 21. Juni 2019

Security vor der Hütte

Kim hat es gerne lustig, das stand gestern auch so in der Berner Zeitung die heisst wie die Eidgenossenschaft. Kensch?
Kim kam spätnachst nach Hause. Unter seinem Balkon im 3. Stock hatte sich gerade ein Sturmtrupp der örtlichen Polizei versammelt. Der Einsatz war schon vorbei, also grüsste Kim freundlich, fragte scherzhaft, ob die Bullen doch wohl nicht wegen ihm hier seien, worauf ihm eine Polizistin zuzwinkerte und sagte: Nein, sie seien schon am Gehen. Also ging Kim schlafen.

Mittwoch, 27. März 2019

Die Frau hat zuhause die Hosen an

Luxusproblem: Linksautonome haben wenigstens noch Komunen, wo sie Unterschlupf finden, wenn es nicht mehr geht.

Gestern durfte ich das Baby hüten. Unsere kleinste ist nun schon 4 Monate alt, aber auf meinen Armen war sie zuvor wohl erst ein paar Stunden. Ein typisches Mamatitti, was solls. Sie gab mir gestern deutlich zu verstehen, dass der Adlat nicht gut genug ist. 
Kinder fragen halt
Bevor sie sich ihr Kindergartentäschli umhängte und ging, fragte die Tochter neulich, ganz nebenbei, als letzte am Frühstückstisch, kurz bevor sie zum Kindergarten aufbrach, eine jener unschuldigen Fragen, die nur eine 5-jährige fragen, und die ein Spiegel sind für vieles: Natürlich machte sie klar, dass wir beide es hörten, was ja auch oft genug vorkommt, dass wir beide am Familienfrühstückstisch sitzen. «Wie wär’s wohl, wenn Mama einen Papa geheiratet hätte, der auch gern befielt?» 
Gelegenheit für ein Lächeln
Wir waren ihr dankbar für diese hübsche Frage. Es gab eine Gelegenheit zum Lächern. Eigentlich ist es ja suboptimal, wenn zwei Elternteile gleichzeitig da sind. Rein von der ökonomischen Arbeitsteilung her sind das überflüssig gebundene Ressourcen. Aber es ist halt auch wertvoll, vielleicht lebenserhaltend, wenn regelmässig alle Köpfe der Familie da sind, wenigstens zu zwei Mahlzeiten des Tages.
Ich bin nicht der Typ, der meine Partnerin zuhause herausfordert. Dann schon eher der vornheme Pascha, ein harmoniesüchtiger, ausrangiertes Modell eines verhinderten Patriarchen, Knecht des Matriarchats.
Der Zusatzaufwand für die unmündigen Haushaltsmitglieder wäre ja noch zu leisten. Man kann es sich aufteilen, wo man praktischerweise schon zu zweit verantwortlich ist: Waschen, Aufräumen, Verpflegen, ok, sie können es ja noch nicht. Ein bisschen Chaos ist die Würze im Leben. 
Nostalgie für Singles
Meine Göttin, meine Domina, meine Regisseurin, meine Königin. Vergöttere die Hausfrau.
der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär verachtete ich den Tagesbefehl und würdigte ihn demonstrativ nie eines Blickes. Nun finde ich mich am Morgen vor dem Familienkalender wieder und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von kleinen Kämpfern. A propos Armee. Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören. Und es wird zum Glück alles immer besser: Seit neustem deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch. Und wenn alle fertig sind, wird der Tisch gesäubert und die Küche retabliert: Alles wandert wieder zurück an den Ort, wo es gehört. Cool, oder?
Langsam, aber sicher, freunde ich mich mit der Rolle des Adlaten an. Aber einen Moment zu spät. Der Knecht ist zufrieden, solange er vorwurfsfrei alles in seinem eigenen Tempo durchziehen könnte. Ewig. Und das ist nun wirklich zu lang.

Montag, 25. März 2019

Der ewige Test

Alvagni ist neudeutsch für Alvaneu. Der Ort ist weniger für sein Fürstentum bekannt als für die innovative Hotelerie.

Dienst nach Vorschrift genügt nicht. Es ergibt auch keinen Sinn, Spaghetti Carbonara zu kochen, wenn man weiss, dass eines von drei Kindern dieses Gericht nicht mag. Dann muss man halt etwas neues suchen.   
Mütter bevorzugt - und jetzt?
Lotte findet Mama besser als mich. Naja. Das kann ich nicht ernst nehmen. Es ist im Grunde erstaunlich, dass immer noch jede zweite Ehe hält. Die Unverbindlichkeit, das Wagnis, dass man eben nie im Voraus weiss, was kommt, das ist der Reiz. Ja, Kinder haben ist die Challenge meines Lebens. Und ich gebe zu, es bringt mich fast täglich an den Rand der Überforderung. Nun gut, vielleicht übertreibe ich wieder. Aber meine Partnerin übertreibt es auch gerne, deswegen haben wir vor Jahren ja auch zusammen gefunden. Ja, man kann scheitern. Und früher oder später verlieren alle. Aber die
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es gecheckt habe. Aber wie die meisten Sprichwörter ist halt auch dieses leider sehr wahr. Das Abenteuer Elternsein hat mich schleichend eingeholt, vom Überschuss an Lebenslust ist zwar noch ein kleiner Rest da, aber es fehlt die Zeit, um sie einzulösen. Denn das eigene Glück steht nicht mehr im Zentrum. Am meisten stresst mich, dass jetzt alles so effizient sein muss. 
Die Dekade des Bienenfleisses endet abrupt
Ich habe mich nun auf die Dekade im Zeichen des Bienenfleisses eingestellt. Willkommen in der Verantwortung, die man nirgends bestellen würde, wenn es die Kinder im Katalog gäbe. Aber sie wird einfach mitgeliefert, beziehungsweise mehrfach, gopf! Plötzlich ist man Vorbild, kann sich keinen Mist mehr erlauben. Und nicht einmal mehr ungeniert herzhaft fluchen. Alles wird sofort abgeschaut und kopiert. Immerhin gesünder ist das Leben geworden: Für Rauchpausen fehlt die Zeit.  
Der Zusatzaufwand für die unmündigen Haushaltsmitglieder wäre ja noch zu leisten, man kann sich das aufteilen, wo man praktischerweise schon zu zweit verantworltich ist für das Chaos: Waschen, Aufräumen, Verpflegen, ok, sie können es ja noch nicht. Das gehört dazu.
Aber wo es aufhört, lustig zu sein, ist diese geballte Unvernunft, die im täglichen Umgang immer wieder hochkommt. Es sind Punks, man kann es nicht anders sagen. Diese diabolische Lust am Provozieren, woher haben die das nur? Nun will er sich nicht anziehen. Einfach so. Kategorisch. Und wieso soll ich nun ruhig Blut bewahren, liebevoll Verständnis äussern, taktisch klug Alternativen vorschlagen, wenn ich doch viel lieber die Herausforderung annehme, mit dem zweijährigen Trotzkopf lustvoll zu streiten. Auf Augenhöhe, versteht sich, wie ich es schon mit seinen älteren Schwestern immer noch tue. Sollen die mal vernünftig werden. Ach, leider sind sie es noch weniger als ich. 
Elterntest und Dienstpflicht
Unterdessen steht für mich fest, dass ich den Elterntest nie bestanden hätte, wenn es einen gäbe. Bei Geduld und Sanftmut wäre mir bei der Prüfung der Faden mehrfach gerissen und in der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär habe ich den Tagesbefehl verachtet und demonstrativ nie eines Blickes gewürdigt. Nun finde ich mich jeden Morgen vor dem Familienkalender und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von potenziellen subversiven kleinen Kämpfern. Und wenn wir schon beim Militär sind (Dienstpflicht erfüllt!) Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören. Und es wird ja zum Glück immer besser: Seit neustem deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch, und wenn alle fertig sind, wandert alles wieder zurück an den Ort. Cool, oder? Soll noch jemand sagen, die Gesellschaft mache keine Fortschritte. Und das machen natürlich auch die Kinder – von alleine.