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Mittwoch, 16. Oktober 2019

Zwei mal zwanzig Dollar bar auf die Kralle in den eigenen Hosensack

Profitipp: Um sich vier Büchlein im Onlinehandel zu leisten, müsste Monsieur J. B. Louvet fünf Arbeitstage nicht rauchen.
Vor genau einem Jahr habe ich aus Ungeduld über meine zögerlichen Fans zwei Eigenpublikationen aus der Reihe «Edition Altlasten im Schreibgarten bei Lulu» doppelt bestellt. Quasi als kleines Experiment mit einer Note Wettbewerb: Einmal direkt bei Lulu. Einmal bei der guten alten Dame Amazon. Preislich kam die Bestellung etwa aufs gleiche heraus, einmal knapp 20 Dollar ($ 19.91), bei Lulu. Und einmal gut 20 Euro (€ 23.64) bei Amazon. Typischerweise ist Amazon eine Spur teurer, aber das ist ja nichts Neues. Wer wird aber bei der Lieferung schneller sein? Nun, dies steht derzeit noch in den Sternen, aber ich bin selber sehr gespannt und hoffe schwer, dass beide Sendungen innert Jahresfrist im Schreibgartenimperium eintreffen. Ob es den Laden dann noch gibt?

Mittwoch, 24. Juli 2019

Lyriklotto has been launched

Neun Arten, um ein Bündel zu schnüren. Man kann damit fizzen oder wünscheln. 
Als er nach sieben Jahren Gärung sein Notizbuch wieder hervorkramte, fand er seine alte, vermoderte Idee vor. Er fand sie immer noch gut, bedauerte aber, dass er damals nicht den Mut gehabt hatte, sie einem echten Markttest auszusetzen.

Freitag, 5. Juli 2019

Eifach kompliziert

Coole Verpackung, gerade auch in der Hitze des Sommers 2019: Ikea Spreitenbach tauscht um.
Vor einer Woche fuhr Hans mit dem Velo in die Ikea, um eine Magnetleiste zu kaufen. Er kaufte, vom Shoppingrausch gepackt, noch zwei, drei andere Dinge, und als er in die Nähe der Magnetleisten kam, war er so aufgeregt, dass er vier verschiedene Leute fragte, wo sie denn sei und wie das Produkt heisse. Denn in der Ikea tragen ja alle Produkte Namen. Ihm wurde der Weg gewiesen und eine Leiste ausgehändigt. Zuhause merkte er dann aber, dass es keine magenetische gewesen war. Deshalb!

Samstag, 11. Mai 2019

Inserieren geht über studieren

Das hübscheste Cover des Tages konnte man gut zum Anfeuern gebrauchen: Climat spécial.
Morgen haben wir zwar schon etwas los, aber man kann auch mal doppelt planen: Ein Sponsorenlauf der diffusen «Gruppe» Magura Gordon Bleu oder Cordon Brown Oho auf «We make it» ist uns aufgefallen. Unklar ist, wozu diese Leute, zumal man sie gar nicht im Bild sieht, Geld brauchen. Es heisst, es fliesse in Muskelmasse. Dazu bräuchte es aber wohl eher Training, nicht? Nun, die Spendensammelaktion sei jedenfalls wärmstens empfohlen, man darf auch Fragen stellen, heisst es.

Montag, 25. März 2019

Der ewige Test

Alvagni ist neudeutsch für Alvaneu. Der Ort ist weniger für sein Fürstentum bekannt als für die innovative Hotelerie.

Dienst nach Vorschrift genügt nicht. Es ergibt auch keinen Sinn, Spaghetti Carbonara zu kochen, wenn man weiss, dass eines von drei Kindern dieses Gericht nicht mag. Dann muss man halt etwas neues suchen.   
Mütter bevorzugt - und jetzt?
Lotte findet Mama besser als mich. Naja. Das kann ich nicht ernst nehmen. Es ist im Grunde erstaunlich, dass immer noch jede zweite Ehe hält. Die Unverbindlichkeit, das Wagnis, dass man eben nie im Voraus weiss, was kommt, das ist der Reiz. Ja, Kinder haben ist die Challenge meines Lebens. Und ich gebe zu, es bringt mich fast täglich an den Rand der Überforderung. Nun gut, vielleicht übertreibe ich wieder. Aber meine Partnerin übertreibt es auch gerne, deswegen haben wir vor Jahren ja auch zusammen gefunden. Ja, man kann scheitern. Und früher oder später verlieren alle. Aber die
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Es hat eine Weile gedauert, bis ich es gecheckt habe. Aber wie die meisten Sprichwörter ist halt auch dieses leider sehr wahr. Das Abenteuer Elternsein hat mich schleichend eingeholt, vom Überschuss an Lebenslust ist zwar noch ein kleiner Rest da, aber es fehlt die Zeit, um sie einzulösen. Denn das eigene Glück steht nicht mehr im Zentrum. Am meisten stresst mich, dass jetzt alles so effizient sein muss. 
Die Dekade des Bienenfleisses endet abrupt
Ich habe mich nun auf die Dekade im Zeichen des Bienenfleisses eingestellt. Willkommen in der Verantwortung, die man nirgends bestellen würde, wenn es die Kinder im Katalog gäbe. Aber sie wird einfach mitgeliefert, beziehungsweise mehrfach, gopf! Plötzlich ist man Vorbild, kann sich keinen Mist mehr erlauben. Und nicht einmal mehr ungeniert herzhaft fluchen. Alles wird sofort abgeschaut und kopiert. Immerhin gesünder ist das Leben geworden: Für Rauchpausen fehlt die Zeit.  
Der Zusatzaufwand für die unmündigen Haushaltsmitglieder wäre ja noch zu leisten, man kann sich das aufteilen, wo man praktischerweise schon zu zweit verantworltich ist für das Chaos: Waschen, Aufräumen, Verpflegen, ok, sie können es ja noch nicht. Das gehört dazu.
Aber wo es aufhört, lustig zu sein, ist diese geballte Unvernunft, die im täglichen Umgang immer wieder hochkommt. Es sind Punks, man kann es nicht anders sagen. Diese diabolische Lust am Provozieren, woher haben die das nur? Nun will er sich nicht anziehen. Einfach so. Kategorisch. Und wieso soll ich nun ruhig Blut bewahren, liebevoll Verständnis äussern, taktisch klug Alternativen vorschlagen, wenn ich doch viel lieber die Herausforderung annehme, mit dem zweijährigen Trotzkopf lustvoll zu streiten. Auf Augenhöhe, versteht sich, wie ich es schon mit seinen älteren Schwestern immer noch tue. Sollen die mal vernünftig werden. Ach, leider sind sie es noch weniger als ich. 
Elterntest und Dienstpflicht
Unterdessen steht für mich fest, dass ich den Elterntest nie bestanden hätte, wenn es einen gäbe. Bei Geduld und Sanftmut wäre mir bei der Prüfung der Faden mehrfach gerissen und in der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär habe ich den Tagesbefehl verachtet und demonstrativ nie eines Blickes gewürdigt. Nun finde ich mich jeden Morgen vor dem Familienkalender und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von potenziellen subversiven kleinen Kämpfern. Und wenn wir schon beim Militär sind (Dienstpflicht erfüllt!) Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören. Und es wird ja zum Glück immer besser: Seit neustem deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch, und wenn alle fertig sind, wandert alles wieder zurück an den Ort. Cool, oder? Soll noch jemand sagen, die Gesellschaft mache keine Fortschritte. Und das machen natürlich auch die Kinder – von alleine.

Dienstag, 18. Dezember 2018

Poesie zwischen den Zeilen der Resultate

Skiverkäufer haben es schwerer als Läuferinnen: Während erstere unter Schneemangel leiden, können letztere ausweichen.
Vor einigen Wochen, ich habe es schon vergessen wann, habe ich einen Versuch gestartet. Ich bestellte am gleichen Tag zur gleichen Zeit zwei Print-on-demand-Büchlein der bekannten Edition Altlasten im Schreibgarten bei Lulu. Der Witz des Tests war eine Doppelung: Ich bestellte einmal direkt beim Verlag, also der Lulu. Und einmal bei der ollen Amazone, wo es alles gibt ausser den Film, den man nach 20 Jahren wieder einmal sehen wollte. Bref: Die Idee war, die Roboter von Amazon in einem Stresstest herauszufordern. Mit Genugtuung stellte ich fest, dass die Bücher beim Verlag günstiger waren als bei Amazon. Ätsch! Der Fairness halber muss ich aber auch zugeben, dass die Bücher vom Versandhandelgiganten innert wenigen Tagen per Post eintrafen. Picobello, wie verprochen. Heute sind nun auch die Bücher von Lulu eingetroffen. Spät und etwas weniger schön verpackt. Doch säuerlich muss ich gestehen: Amazon hat gewonnen. Philipp Keel hat schon recht, man kommt nicht um diese Bots herum. Und die Automatisierung wird uns nochmal auffressen. Dem geneigten Leser und der geneigten Leserin also muss ich diesen Laden empfehlen. Oder sie gehen direkt in der Werkstatt vorbei. Dort hat es jetzt die frischen Produkte auch auf Lager.

Samstag, 24. Juni 2017

Das Klima hat einen Vogel

Aus aktuellem Anlass: Dieser blaue Vogel beeilt sich sehr, damit er alsbald eine Abkühlung erhält. (Foto: Daniel Rohr)
Die Lokalzeitung hat gestern die Gelateria getestet, wo die Menschen eine halbe Stunde anstehen, jeden Tag, für etwas Eis. Die Journalisten gingen irrtümlich davon aus, dass das etwas mit dem Produkt zu haben müsste. Dabei steht offentlich das Soziale im Vordergrund. Der Italiener meines Vertrauens aber sagte, es gäbe nur eine Gelateria, welche er empfehle: Eben, der Eisvogel.

Montag, 20. März 2017

Am Montag malen alle Römer grün

Diese Bildunterschrift hat überhaupt nichts mit der realen Welt zu tun. Aber das gehört eben auch zum Konzept.
Immer Montags stellt man sich ja so seine Sinnfragen. Manche machen dann Meinungsumfragen. Aber davon rate ich ab, weil man zwar beschränkte Erkenntnisgewinne verzeichnen mag, aber sich auch eine Menge Ärger einhandeln kann. In diesem Sinne möchte ich mich für einmal kurz fassen, weil ich für den Mittag im Restaurant Pflug verabredet bin. Und es ist ja schon fünf vor Zwölf, huch!