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Donnerstag, 24. Juni 2021

Ponzi on tour

Einsame Kompensation: Manisch war seine Beschäftigung mit Gegenständen, die er mit Bedeutung auflud und fotografierte.

Der Beweis der heutigen Aktivität sind die Flecken auf dem Nadelstreifenanzug. Er war ein bisschen overdressed, aber der Schweiss seinen weissen Turnschuhen zeugte von Einsatz. Yannick trug sie erst zum 2. Mal, als er die Bank für den internationalen Zahlungsverkehr besuchte.

Donnerstag, 6. Mai 2021

Kevin im Multitasking

Ohne Zweifel: Diese Fotografie ist viel besser als die andere, welche ausgewählt wurde.
Kevin war allein zu Hause und er genoss das Homeoffice in vollen Güterzügen. Er sang laute Lieder beim Abwaschen, putzte dreimal die ganze Wohnung und räumte nebenbei den Keller auf. Wenn jemand anrief, sagte er, er sei beschäftigt. Ob er zurück rufen könne. Kevin machte alles richtig.

Mittwoch, 19. August 2020

Kometen gucken nicht vergessen

Wenn er nicht das Radio eingeschaltet hätte, hätter er nie erfahren, dass der Komet am Himmel stand.
«Hast du den Kometen gesehen?», fragte er seine schöne Nachbarin, als sie sich im Treppenhaus kreuzten. Sie sagte: «Nein, welcher Komet?» und schon waren sie im Gespräch. Er machte spontan einen Salat mit Radieschen und Frühlingszwiebeln und spielte seinen Lieblingssong: "Savage love".

Mittwoch, 5. August 2020

Die eifersüchtigen Wanderschuhe

Heute wurde alles nass, weil es einen heftigen Regenguss gab, trotz Rucksack. Nur das Kind blieb trocken, immerhin.
Der Bub zog sich an und hörte die 3 Fragezeichen, während der Vater das Frühstück parat gemacht hatte, seinen Kaffee bestaunte und währenddessen noch eine Wäsche wusch. Seinem Mitbewohner war dies alles nicht so wichtig. Die eifersüchtigen Wanderschuhe aber machten selbständig Ausflüge.

Donnerstag, 30. Juli 2020

Eskapismus bei Wildschweinen

Das Tier fristete ein Mauerblümchendasein am Rand. Niemand wollte es bestaunen, so döste es mit offenem Mund.
Der amerikanische Journalismus eines Economist ist insofern grossartig, dass sie mitunter lange Zitate für sich sprechen lassen. Wie dieses Beispiel von Präsident Trump in Oklahoma zeigt. Man kann Titel, Teaser und Einstiegsquote lesen und kriegt eine Ahnung, bzw. ein umfassendes Bild des Anlasses. Dou you get the picture?

Donnerstag, 21. Mai 2020

Eifersucht und Traurigkeit

Offensichtlich sind in Zeiten des Lockdowns die Zugtoiletten die neuen Flugzeugtoiletten: Hier wird heimlich geraucht.
In einer guten Stunde der Kochwut hatte sich Gerold sein Frühstück gemacht und schon für die halbe Woche vorgekocht. Er wusste nicht, was ihn mehr antrieb: Die Eifersucht auf seine verflossene Caroline oder das Programm von Annegret, die an diesem Tag immer ihre Mutter zum Geburtstag überraschte. Wahrscheinlich beides. Das Porridge schmeckte gut und er kam mit der Arbeit voran.

Freitag, 6. März 2020

Street art Orion

Farbenspiel Rot-Blau: Die Schrift ist einigermassen rätselhaft, aber unschwer als kryptologisches Statement zu entziffern.

Isa hörte, wie die Glocken läuteten. Sie schritt in ihr Bootshaus, warf das Kayak ins Wasser und paddelte wie von einer Wespe gestocken aus dem Triechter hinaus auf den See. Dort traf sie Meret.

Samstag, 24. August 2019

Das Dutzend ist voll

Man könnte meinen, dass da rechts am unteren Bildrand einer unter der Matte liegt. Sonst ist alles für den Ansturm parat.
Das Trübsal umschlang ihn, weil er keinen anderen Ausweg sah, als downzusizen. Er wusste, dass er dem Räumen nicht ausweichen konnte. Das Papier sollte sortiert werden, vieles dürfte weggeschmissen werden. Was aber passiert mit den Projekten, die unvollendet sind? Nun, jeder Ausweg aus der Lethargie scheint wohlfeil und integer. Aber plötzlich war der Sommer fertig.

Samstag, 20. Juli 2019

Ein ausgeliehenes Leerbuch

Heute habe ich einen Autofriedhof im Quartier fotografiert, direkt neben den Gärten der Brache. Das Bild ist verschollen.
Wenn man zurück in die guten alten 70er-Jahre hüpfen könnte, wo es zwar schon Kinos gab, aber noch kein Internet auf dieser Welt, dann würde man eventuell viel eher als verrückt erklärt, wenn man mit sich selbst Termine für die Lektüre eines Ferienbuchs vereinbarte. Andererseits war das Reisen damals viel beschwerlicher als heute.

Donnerstag, 11. Juli 2019

To dos, die unter den Teppich kamen

Damir, Sigi, Albi und Longo: Vier Helden in einer Reihe. Zwei sind schon etwas älter, zwei noch ganz jungspund.
Das wichtigste tat er immer zuletzt. Und bevor er sich an dringende Pendenzen wagte, tanzte er mit dem Besen stundenlang um den Schreibtisch herum. Dann stiess er gewöhnlich auf eine Zeitung, ein Piratenschiff oder auf irgendsonst was, das am TV kam. Zum Beispiel Fussball, Tennis oder Comedy.

Sonntag, 26. Mai 2019

1 Gruss aus Italien

Diese Blume fliegt im Autopilot, denn ein Mensch würde die Fliehkräfte, die im Cockpit wirken, gar nicht aushalten.
5G steht bekanntlich für «Geil, geil, geil, geil und nomol geil!», wie in der Deville-Sendung von vorigen Ostern zu lernen war. Diese Sendung kann man auch am Tag darauf noch mit viel Erkenntnisgewinn gucken, denn es tritt darin unter anderem auch die berühmte Lisa Christ auf. Bitte aber bis zum Schluss gucken, denn der i-Punkt der Sendung ist meines Erachtens der Knüller.

Freitag, 25. Januar 2019

Heute Abend hat Google keine Ahnung

Diese Rüebli sehen zwar fein aus, aber man kann sie selbstredend leider nicht essen: Es ist nur Plastic, trotz aller Haptik.
Wenn Google anzeigt, dass ein Coiffeur über den Mittag offen hat, heisst das nicht unbedingt, dass er es auch tut. Aber auch eine persönliche Empfehlung nützt einem dann nicht mehr. Und wer nicht ins Altersheim zum Coiffeur geht und sich nicht anmelden möchte, dem bleibt nur der Gang in die Stadt. Selbständig: Mit offenen Augen sind die Haarentfernungsklinik und der Nagelshop gut von einem Haarartisten und Halsabschneider zu unterscheiden. Wenn das Budget aber doch weniger als 70 Franken beträgt und man kein gültiges Halbtaxabo bei Frau, Freundin oder Schwester mehr besitzt, geht man halt in eine Kette. Dort plaudert man mit dem jungen Barbier und bezahlt mit Superpunkten. Einen Zweifränkler Trinkgeld gibts auch: "Coiffeur isch doch öppis schöns".

Samstag, 24. November 2018

In letzter Minute leer einlegen

Es sieht nach einem Spielzeug aus, aber es ist heilig-blutiger Ernst: Tomy's Tutor Typer schreibt Nashorn mit N und Illu.
Der Flyer mit den Nein-Argumenten kam schon vor zwei Tagen. Dann kam das Stimmcouvert. Und nun doch noch, in letzter Minute en Flyer mit den Ja-Argumenten. Endlich Einstand, jubelte der Rezipient, und legte am 25. November 2018 leer ein. Für das Letzigrundstadion, für die linke Leichtathletik, für Wohnungen ja, das schon auch, aber gegen Mantelnutzungen, Fussballmonokultur, den Leerwohnungsbestand im Luxusbereich. Und überhaupt, für Pattsituationen und das Brachliegen von städtischem Sportpotenzial im öffentlichen Raum. Ob der Hardturm je wieder voll wird?

Dienstag, 16. Oktober 2018

Lieferengpass im Pronto

Rotwein ist gut für die Nase und fürs Herz: Wenn man 85 Kilo Käse gemacht hat, darf man sich schon ein Gläsli gönnen.
Das erste Mal gibt es eine Busse. Das zweite Mal eine saftigere. Beim dritten Male aber, wenn ein Laden erwischt wird, wie er Alkohol an Jugendliche verkauft, beim dritten Mal gibt es dann halt ein paar Wochen «Lieferengpass» oder Feldschlösschen Alkoholfrei oder Zigaretten mit Red Bull.

Montag, 10. September 2018

Soll ich überhaupt reich werden?

Audi Viktoria, Sapere Aude: Die Autonummer mit dem Kennzeichen «IN-AD 93» ist nicht nur einmal verwendet worden.
Liebt mich Jesus? Soll ich reich werden? Mit dem Tönder Taro wurden einst solche ketzerische Fragen als Werbekampagne lanciert. Es war auf einem Kleber. Heute lösen die Leute Lizenzen und besuchen Kurse bei einer Japanerin, die ihnen auf spassige Art die absolute, totale Ordnung beibringt. Ich finde das ein bisschen beängstigend, ähnlich der totalen Sauberkeit. Aber ich sag ja nichts.

Samstag, 8. September 2018

Du fehlst mir ganz am Rande halt doch

Keine Wolke am Himmel und kein Hindernis in Sicht: Werbeträger einer Ostschweizer Uhrenfirma über dem Bodensee.
Das letzte, das sie zu ihm sagte, war: "Ich möchte, dass du ausziehst." Als er ihr aufs Wort folgte und tat, was sie sich wünschte, führte das jedoch zu einigen Komplikationen. Das hatte sie nicht erwartet.

Sonntag, 26. August 2018

Schleichwerbung in den Serpentinen


Der Saanemöser von gestern hat streng genommen nichts mit Moos zu tun. Wasser aber und einen Schwamm ist immer gut.
Rostige Rennvelos haben ja den Vorteil, dass man sie mit etwas Öl und Liebe rasch wieder flott kriegt. Mit der Beinmuskulatur ist es ähnlich, nur umgekehrt: Wer rastet, kriegt keine Herzbarracke.

Donnerstag, 5. Juli 2018

Die Frau, die ihm Hallenbad wohnt

Surfen im Wandel: Früher war es eine Postkarte vom Franz. Heute ist es eine Schwalbe, die auf Sommermärchen macht.
Kinder erkennen ihre Schwimmlehrererin nicht, wenn sie sie in Zivilkleidern beim Shoppen sehen. Sie denken, sie wohne und schlafe im Hallenbad mit Neoprenanzug und esse womöglich auch da.

Montag, 25. Juni 2018

Warum die alte Schule manchmal auch alt aussieht

Niemand weiss, ob der Pulli in der Mitte schon einmal gewaschen wurde. Geschweige denn, ob er überhaupt getragen ist.
In der Zeitschrift Annabelle lese ich nur beim Zahnarzt. Dort hat es manchmal nichts gescheiteres. Heute aber hat mich das Xing Ding gefragt, ob ich die Fähigkeit "Mann" zu meinen Skills adden möchte. Ich habe nein gesagt.

Samstag, 16. Juni 2018

Marta im Ländli

Zureich: 10 Dreizimmerwohnungen mit Baujahr 1902 sind eine gute Investition für eine Organisation wie die Wogeno.
Marta ist immer noch da. Sie arbeitet im Service, am gleichen Ort, wo sie schon vor 18 Jahren tätig war. Uns schien es damals, sie wäre schon nah am Pensionsalter. Wahrscheinlich war sie es nicht.