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Montag, 3. Juni 2019

Warum heisst der Flohmarkt so?

Wer das liest, will sich kratzen. Denn den Begriff Flohmarkt haben wirklich Kleinlebewesen geprägt. Perücken machten es möglich.
Ach, die gute Erymologie. Manchmal scheint mir die Wissenschaft von der Herkunft der Wörter ein Festival der Mutmassungen zu sein. Beim Flohmarkt ist das anders. Dort sind sich für einmal alle Etymologen einig.Denn die Herkunft des Wortes liegt auf der Hand. Der Name des Flohmarkts kommt tatsächlich von den Flöhen, die schon auf den ersten Gebrauchtwarenmärkten mit dabei warenund zusammen mit gebrauchten Kleidernund Perücken den Besitzer wechselten. Mehr Mysterium um das Wort gibt es nicht. Doch es gibt unter den Hobby-Etymologen auch erfinderische Deuter, die trotzdem subversiv versuchen, neue Herkunftsthesen in Umlauf zu setzen. Das englischsprachige Internet-Lexikon wordorigins.org beschäftigt sich mit solchen Mythen, die in der Wortkunde des Alltags umhergeistern. So behaupten manche. das Wort Flohmarkt komme von derTatsache, dass Flohmärkte im Gegensatz zu Korn- und Weinmärkten nie am gleichen Ort gewesen seien, sie wären eben wie ein Floh von Ort zu Ort gehüpft. Bei den anderen Etymologen kam diese These aber nicht so gut an, weil sie offensichtlich von zuweit her gehüpft kam.
Paris, London, Luzern
Belegt ist aber, dass der Ausdruck Flohmarkt aus dem Französischen stammt. In Paris hiessen die Märkte für Gebrauchtwaren zuerst «marché aux puces». Dieser Begriff wurde Anfang des 20. Jahrhunderts ins Englischeund Deutsche übersetzt und übernommen. Zum Glück hat sich nicht nur das Wort,sondern auch der Flohmarkt selbst auf derganzen Welt etabliert. Natürlich auch in Luzern, wo der Flohmarkt am Reusssteg seit fast 40 Jahren jeden Samstag von Mai bis Oktober Scharen von Schnäppchenjägern anzieht. Neben Kleidern und alten Hüten werden Antiquitäten, Apparate und allerlei Alltagskram angeboten. Liebhaber schätzen das entspannte Markttreiben unter freiem Himmel, wenn auch nicht ganz auszuschliessen ist, dass der eine oder andere Floh aufeinen neuen Besitzer wartet. Das Flohmarkthaus in Luzern ist auch in den Wintermonaten offen.

Mittwoch, 18. April 2018

Lücksmomente für Frohstoffhändler

Kaum jemand wird einen Thesaurus Rex auf eine Weltreise mitschleppen. Es sei denn es Freubeuter oder Kopfweltjäger.
Ach, Wortschöpfungen sind eine Freude. Der Luzerner Künstler René Gisler ist darin ein Ausnehmetalent. Sein Frühwerk hiess der Enzyklop. Im längst vergriffenen Luzerner Magazin Montag habe ich ihn einmal beschrieben. Gisler hat seine Spielfreude an Wortverdrehungen und kreativer Lexikalität zum Glück nicht verloren. Nach 15 Jahren ist nun sein neustes Werk druckreif: Thesaurus rex. Bei der Sammelseite Wemakeit kann jeder mitmachen, den Weltzer unterstützen und - je nach Portmonee - Poetry Spammer, Vielleichtathlet oder gar Mäzenbuddhist sein. Was das alles heisst? Das steht dann eben im Buch drin.

Dienstag, 14. März 2017

Schneekaffee von gestern

Dieses Symbolbild ist tatsächlich nicht von heute. Doch es behält eine gewisse Gültigkeit.
Es fiel Schnee, als wir endlich in Timbuktu ankamen. Die Menschen waren uns feindselig gestimmt. Sie teilten nicht unseren Sinn für die Lagerung von Kulturschätzen, und wollten eigentlich eher in Frieden gelassen werden. Denn das Leben in der Wüste war hart genug. Und vielleicht ahnten sie auch, dass es immer schlimmer kommen würde.

Samstag, 11. März 2017

Geboren am 11. März

Es ist vermessen, die Behauptungen auf diesem Coverfoto zu unterschreiben. Aber wahr ist es schon, trotz allem.

Askese ist easy. Man muss nur alle Töne weglassen, um mit Miles zu sprechen. Aber das Leben ganz ohne Musik wäre doch etwas gar fad. Und immer gleich nach Kuba jetten, nur für ein paar Cocktails und etwas dolce far niente, das wird auf die Länge auch zu teuer. Was also tun Jazzprofis, wenn sie mal ihren Spass haben wollen? Sie spielen, natürlich. Und wie! Leicht, fröhlich, unbeschwert, mit all ihrem Können, ohne Allüren, Cha-cha-cha halt. Ja, Cha-Cha-Cha, meinetwegen manisch, dass es dem verknorztesten Zürcher Knuschti das Füdli lüpft, seine Gemahlin ist eh schon ausgeflippt, denn ein Schuss Karibik haben alle im Blut. Also los, hip und hulahopp, aber wo gibt es in unseren Breitengraden einen Schuss Cha-Cha-Cha, wenn man ihn braucht? Hier zum Beispiel, viel Glück zum Geburtstag!

Mittwoch, 8. März 2017

Der Blog, der seinen Namen nicht finden wollte

Dieser Flyer hat a priori nichts mit diesem Blog zu tun. Er ist hier einfach reingeflattert.
Es war einmal eine Literaturzeitschrift, die einen schönen, langen, etwas sperrigen Namen trug: «Das Heft, das seinen langen Namen ändern wollte.» Es hat es mit seinen riskanten, mutigen Inhalten sogar ins Lexikon geschafft. Seit der letzten Ausgabe sind mittlerweile aber auch schon wieder fünf Jahre vergangen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass manche Probleme nur im Print gegeben sind. Die Namensfrage. Die Adresse dieses Blogs zum Beispiel kann das Ministerium für Wahrheit täglich ändern, wenn es nur will. Und es tut dies auch erstaunlich oft. Wieso und warum jedoch dies geschieht, ist wieder eine ganz andere Frage. Wahrscheinlich hat das mit einer eher schrulligen Vorliebe für die Sperrigkeiten aller Art der Betreiber dieses Blogs zu tun. 

Freitag, 3. März 2017

Frage: Kann man bei Amazon etwas Sinnvolles kaufen?

Diesen Odermatt kann man kaufen, aber nicht hier und jetzt: Ein Polizist macht einen Handstand in Stans.
Es gibt Gewissheiten im Leben, die stehen zwar nicht im Wikipedia, sind aber nicht weniger wahr. Und wertvoll! Man kann sie lernen, ja, aber eigentlich nur durch eigene Erfahrung. Und das tut oft ein bisschen weh. Weil so ist das Leben. Bin ich schon wieder zu sphynxesk? Sorry, aber ich mache gerne ein Beispiel. Man sollte das Pferd nicht von hinten aufzäumen. Wirklich! Es ist wahr, und man sollte auch nicht an dieser Wahrheit zweifeln. Wer es dann trotzdem immer wieder gleich macht, unbeirrbar, vielleicht weil er es immer so gemacht hat, oder weil er es halt besser weiss, wie man einen Gaul einspannt, nämlich von hinten, wie denn sonst?! Dem wird es irgendwann auch noch verleiden. Es kann nämlich ins Auge gehen, muss aber nicht. Also, weiteres Beispiel gefällig? Gern. Der Laden Amazon ist ein Gigant, ergo als Organisation per se nicht besonders sinnvoll. Man sollte eher im Buchladen nebenan einkaufen, es sei dann man möchte ein ignoranter Geizkragen sein. Trotzdem gibt es natürlich auch Sinnvolles bei Amazon, und ja, alles ist dort käuflich. Um also die im Titel dieses Posts aufgeworfene Frage doch noch zu beantworten. Ja, man kann. Aber man sollte natürlich keine Frage stellen, wo man die Antwort darauf schon zu kennen glaubt. Niemals! Oder was meinst du?