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Donnerstag, 9. Juli 2020

Wenn zwei sich gleichen

Man hat schier den Eindruck, als ob dieses quadratische Foto um 90 Grad nach links gedreht werden könnte. Ja müsste!
"Er gleicht dir!", sagte Silvans grosse Schwester zu ihm. Und nicht nur äusserlich, die gleiche Postur, ein hübsches Gesicht. Nein, er habe sie auch zurück gewinnen wollen. Doch sie, ein sturer Grind, habe ihm die kalte Schulter gezeigt. Silvan dachte darüber nach, als er seine von Hand, mit Gallseife gewaschenen Hosen über Nacht auf den Balkon an die Luft hängte, wie er es immer tat.

Mittwoch, 3. April 2019

Was soll ich nur anziehen?!

Hans Y. aus Z. schreibt Zedmic einen Brief: "Unser Familienklima ist belastet: Das unstete Wetter provoziert ständige Garderobenkämpfe. Tim (9) und Edwin (7) wollen kurze Hosen tragen. Ist es schon warmgenug?"
Paulo Zedmic: Es kommt auf das Wetter an. Weil es ja nie das macht, was die Medien erzählen, habe ich mir abgewöhnt, Prognosen zu gucken. Ich zappe weg, wenn eine Karte ins Fernsehbild kommt. Da kann die tänzelnde Dame davor noch so kokett winken, ich bleibe kühl. In meinem Overall
bin ich gut gewappnet gegen alle Wetter. Für nasse Arbeiten, etwa im Hallenbad oder beim Altpapiersammeln im Regen, habe ich einen zweiten Overall aus Neopren. Sicherer
als jede Wettervorhersage ist eins: Meine Feliz kommt immer mit zur Arbeit. Wenn
ich wirklich raus muss und es Katzen hagelt, wickle ich meine Regenprinzessin in Zellophan ein. Ich mache es ihr als Feenverkleidung schmackhaft, das findet sie lässig. Und so bleibt sie trocken und sieht erst noch toll aus. Wobei der Look für sie wichtiger ist als für mich. Ich halte mich an die offiziellen Stilrichtlinien des Abwartverbandes: ‹Form follows function›.
Frösteln mit Lerneffekt
Feliz freut sich auch immer viel zu früh auf den Sommer. Sie wollte schon barfuss raus, als auf dem Trottoir noch Schnee lag. Feliz meint, sie kriege keinen Husten mehr, wenn sie ihn schon hat. Wir Erwachsenen dagegenmeinen gern, wir wüssten besser, was Kinder anzuziehen haben. Dabei ist es ganzanders. Das Kind ist von Natur aus störrisch und muss eine Ohrenentzündung einfangen, bevor es den Ohrenwärmer schätzen lernt. Diese wertvolle Erfahrung muss es unbedingt selber machen. Deshalb lasse ich sogar meinen Sonnenschein einmal im Jahr ins Kaltwetter laufen. Wenn Feliz schlottert, gebe ich ihr meine Jacke extra nicht. Sie würde sie sowieso nicht nehmen – sie findet die Farbe hässlich.
Nun zu euren Grabenkämpfen vor dem Anziehschrank. Das Problem ist, dass zu viele Leute über die Garderobe bestimmen wollen. Ich rate dir, in diesem Kampf forfait zu geben, dem Frieden zuliebe. Das Kind braucht freie Laufbahn, auch in der Mode. Nichts Schlimmeres als ein Balg, dem manim stürmischen Gegenwind ansieht, dass es von der Mutter als Modepuppe missbraucht wird. Gut, meiner Linda, unterdessen 19, kann ich ja inzwischen gar keine Kleidertipps mehr geben. Sie ist überhaupt immer ein schlechtes Beispiel. Linda war schon als Kleinkind ein Punk. Heute lebt sie ja nicht von ungefähr in einer Baracke am Stadtrand. Sie kann sich in ihrem Aufzug schlicht nicht in Zentrumnähe sehen lassen.
Kleiderregeln im Wandel
Im Zweifelsfall also: Kurze Hosen ja! So könnendeine Buben stolz ihre Schrammen zeigen. Das überhitzte Klima von heute ist ja ganz anders als einst. Lange Aufwärmphasen und einen Stichtag für T-Shirt-Wetter gibt es nicht mehr. Der Kleidungsleitfaden von Oma ist voll passé. Das merken die Kinder intuitiv: Die Jugend passt sich extrem schnell an die immer extremeren Wetterwechsel an. So klug ist sie eben, die natürlicheEvolution! Im Klimawandel mit seinen Wetterlaunen gibt es nur eines: rasch reagieren, schnell umschalten.
Auch hier gilt: Laisser faire. In meiner 20-jährigen Erziehungserfahrung bin ich deshalb immer weiter nach rechts gerutscht. Von planwirtschaftlich protektionistisch bis radikal ultraliberal. Im Rückblick kann ich im Ergebnis keinen Unterschied feststellen: Die Kids machen eh, was sie wollen. Also kann man sie auch getrost machen lassen. Irgendwo muss es ja anfangen mit dem Selbstständigwerden – warum nicht bei der Garderobe.
Das hat den schönen Nebeneffekt, dass du ein Problem weniger hast. Bitte!

Paulo Zedmic (42) trägt bei allen Jobs das gleiche extravagante Mint-Kombi. Es ist auch ein ideales Gewand für die Kindertage. Sie glauben nicht, dass ein Abwart so schreibt? Ob Herr Zedmic einen Ghostwriter hat, weiss der Himmel. Tatsache ist: Er weiss immer Rat. Mailen Sie Ihre Erziehungsfrage an hausdienst@nebelspalter.ch.

Sonntag, 5. August 2018

Tansania mon amour

Grosszügig rechnen heisst auch: Tansania nicht nur zu Ostafrika schlagen, sondern auch zu Südafrika und zur Subsahara.
Es gibt Private Equity-Vehikel-Firmen, die auf allen Erdteilen Kapital anlegen. Sie kaufen zum Beispiel Anteile an Landwirtschaften in Indien, investieren in kleinere und grössere Unternehmen in Afrika oder posten eine ganze Landbank in der Ukraine. Niemand merkt, dass die ambitiösen Ziele rückwirkend per 2012 gelten. Aber so ein Druckfehler in der Vereinbarung ist nebensächlich.

Samstag, 12. Mai 2018

Darf mich mein Kind krank machen?

Aus aktuellem Anlass sind wir wieder einmal ans Bett gefesselt. Die Wäsche und die Wollschlange sind beachtenswert.
Frage: Es ist zum Kotzen: Meine Tochter Lina (5) ist zwar lieb, aber ständig krank. Wenn sie
nicht erkältet ist, verstaucht sie sich etwas. Haben Sie ein Mittel dagegen? Grete H. aus B.


Paolo Zedmic: Natürlich. Das meine ich im wahrsten Sinne des Wortes. Also ohne Chemie.
Mit der Pharma ist es ja wie mit der Polizei: Niemand liebt sie, aber wenn man sie
mal braucht, ist sie nie da. Also brauche ich nur Naturheilmittel. Und ich halte mich an
die Gesetze der Natur: Es gilt das Recht des Stärkeren, und zwar auch im Kampf gegen
Viren. Deshalb musst du dein Kind anstecken, bevor es dich erwischt. Denn nur der Fitteste überlebt!
Krankhafte Logik
Ich weiss ja, wie das ist. Mein jüngstes Herzamöbchen Feliz (3) hat auch immer den Schnupfen. Sie leidet dazu auch unter einem sturen Kopf. Den hat sie allerdings nicht von irgendwelchen Viren, sondern von ihrer Mutter. Und diese Sturheit ist unheilbar! Ausserdem kann sie bereits jetzt den Sommer kaum erwarten. Kurz und gut: Die Kleine hat so viele Gebrechen in ihrem zarten Alter, dass es mir doch wirklich fast den Herzknochen bricht.
Wenn ich also mit Fiebermesser und Essigwickeln an ihrem Bettrand sitze, sage ich ihr zärtlich ‹Feliz, mein Hypochondrinchen›. Fremde Wörter sind eines der wenigen Gebiete, wo ich bei ihr noch punkten kann. Ich sage also ‹Feliz, mein Glücksbakterium, du kannst jetzt nicht baden gehen, wo du so krank bist.›. Doch sie will raus, um jeden Preis, am liebsten nur in der Badehose.
Leider kann sie schon argumentieren, und etwas Tobkraft hat sie stets übrig, selbst im Fiebertraum. Ach, diese Altklugheit, noch so eine chronische Kinderkrankheit. Bleich wie ein Leintuch hüstelt also mein kleines Alles: ‹Ich bin ja schon krank, dann kann ich nichts mehr kriegen.› Als ich mich anschliessend bei meinem Freund Basil ausweine, tröstet er mich. Die Logik sei eine der schlimmsten
Epidemien der Menschheit.
Das hilft (kein Witz)
Gute Ratschläge sind noch günstiger als Generika, nämlich gratis. Ich verrate darum mein Mittel gegen alles,was weh tut: Scherze! Lachen istdie beste Grippenprophylaxe. Meine Grossmutter konnte sogar Cholerabazillen und Pesterreger verscheuchen, wenn sie nur mit ihren Zähnen blitzte. Sie
hatte eben einen Goldzahn und mehrere schwarze Zahnlücken. Geheimrezept! Deshalb bin ich bis heute so robust.
Funktioniert das Vorbeugen aber nicht, musst du dich an den schönen Nebeneffekten freuen: Ist dein Kind immer krank, musst du nie arbeiten! Wer nimmt es einer Mutter mit krankem Kind übel, einen Tag blau zu machen? Niemand! Pass aber auf, dass du dich nicht gewöhnst an das Schwänzen mit
gutem Gewissen. Als mein Sebastian klein war, ging seine Mutter Yvonne sogar soweit, ihm ab und zu etwas ins Essen zumischen, damit sie bei ihm zu Hause bleiben durfte. Verstehen wir uns richtig: Ich war das nicht. Sie tat es auch nur einmal. Und Yvonne ist sowieso eine höchst zweifelhafte Person, aber das gehört nicht hierher. In meinen vier Scheidungskämpfen habe ich dasWichtigste
gelernt: Zeige nie eine Schwäche. Sonst wird das nur ausgenutzt. Egal, ob vom Scheidungsanwalt
der verflossenen Frau oder vom Schnupfenbazillus. Beide kennen keine Gnade. Sei also lieber
auf der Hut und sei froh, solange nur Lina krank ist, und du noch nicht, Grete. Denn das Domino des Teufels lacht am Schluss immer. Das ist einfach so. In diesem Sinne: gute Besserung!
 

Paolo Zedmic (42) ist als Frohnatur gegen viele Übel derWelt immun. Nur gegen die Arbeit kennt er kein Rezept.

Montag, 7. Mai 2018

Wo kann ich meinen Sohn retournieren?

Glücklich ist, wer einen Pamir hat: Bei einem Kleinkind muss man sonst in den Ohren schon etwas aushalten können.
Zuschrift: Ich bin frischgebackene Mutter und habe nicht geahnt, was auf mich zukommt. Es ist schlicht zu viel! Wo kann ich mich beschweren? Gibt es ein Rueckgaberecht? Daniela W. aus Y.

Paulo Zedmic: Ich habe es das letzte Mal angetönt. Jetzt ist es raus: Ich bin auch unverhofft nochmal Elter geworden. Ich liess mich da komplett überraschen. Auch die Mutter des Kleinen dachte bis zuletzt, ihre Gewichtszunahme sei auf den Verzehr von Süssigkeiten zurückzuführen. Und ich wusste
im Übrigen gar nicht, dass sie meine feste Freundin war. Ich hab ja genug zu tun mit meinen Kindern und den vielen Jobs. Da bleibt eigentlich gar kein Raum für eine Frau. Geschweige denn für ein weiteres Baby.
Überraschungstüte
Jetzt habe ich also das Gegenteil eines Wunschkinds, ein Überraschungsmündel. Für mich ist es ja zum Glück nicht das erste Mal. Ich kann unheilschwangere Ereignisse gut ins Positive ummünzen. Wo ich schon wieder Vater bin, beziehe ich zuerst bei all meinen Arbeitgebern die Freitage, die mir
zustehen. Und ich freue mich, dass der kleine Kerl dauernd schreit, weil ich so allen Mitbewohnern
und Nachbarn etwas zu denken geben kann in der Nacht. Sie bleiben wach und denken an mich, so ist es gut.
Tipps gegen Lärm
Ist es auch das Geschrei, das dir zu viel ist? Oder ist es die schiere Präsenz, die ein Kleinkind
verlangt? Ich kenne einen Fliegentätscher, der beide Probleme gleichzeitig zermantscht: Die Kissenburg. Schon Linda, die wie alle meine Zöglinge ein Schreibaby war, steckten wir halbtageweise in eine Kissenburg.
Unter Sofakissen und Polstern begraben, war das Baby immer schön ruhig. Man konnte sich anderen Dingen widmen. Spätfolgen dieser Schallisolation habe ich bei Linda keine festgestellt. Ausser dass sie heute die seltsame Gewohnheit hat, unter ihrem Bett zu schlafen. Wenn sie gekifft hat, klettert
sie sogar zwischen Rost und Matratze. Ob sie dort Geborgenheit sucht?
Honig und Pamir
Honig am Nuggi geht zur Beruhigung von Bébés auch gut. Das habe ich bei Louis gemacht.
Heute ist er zwar so dick, wie ein Neunjähriger nur sein kann. Dafür ist Louis nach wie
vor extrem ruhig. Er sagt nie ein Wort, stört auch nicht gross. Jedes Kind ist ja anders.
Deshalb muss man auch verschiedene Mittel gegen das Geschrei ausprobieren. Den
neusten kleinen Schreihals lassen wir gern rumoren, wie ihm der Sinn steht. Am Familientisch
rüsten wir einfach alle mit einem Gehörschutz aus. So können wir in Ruhe essen.
Und die älteren bleiben mit Pamir erst noch länger am Tisch, weil sie darunter unbemerkt
ihren Sound hören können.
Auf der Welt
Nun ist es halt doch passiert. Es bleibt einem in solchen Lagen nichts anderes übrig, als
eines nach dem anderen zu nehmen. Das gilt für Kinder wie für Probleme. Ich wurde
also mit einem panischen SMS zur spontanen Geburt aufgeboten. Ich liess sofort alles
fallen und gab Zweifeln über meine Vaterschaft keinen Raum. Denn Naturgewalten
sollte man bei jeder Gelegenheit bestaunen.
Inge, die Mutter von Achim, sagte immer: Bei einer Geburt kommen alle auf die Welt.
Sie hat recht: So eine Geburt ist ein Ausrufezeichen! Oder zwei sogar!!
Kleinkinderklappen
Eine Rückgabestelle kenne ich nicht. Oder passen in die Babyklappe in Einsiedeln auch
grössere Kinder mit entsprechend grosser Klappe? Man könnte es ja mal probieren.
Hei, aber jetzt ist unser kleiner Käfer gar nicht zu Wort gekommen. Das ist auch eine
Folge des Systems Polsterburg – man vergisst das Baby gern darin. Ich muss mal nachschauen,
ob es noch da ist.

Paulo Zedmic ( (43) hat jetzt nach Adam Riese sechs Kinder. Der Nebi ist darüber ebenso überrascht wie der Rest der Welt.

Mittwoch, 6. September 2017

Darf mich mein Kind krank machen?

Das quadratische Format ist Geschackssache: Aber das kann man ja auch von den Texten des Herrn Zedmic sagen.

Es ist zum Kotzen: Meine Tochter Lina (5) ist zwar lieb, aber ständig krank. Wenn sie
nicht erkältet ist, verstaucht sie sich etwas. Haben Sie ein Mittel dagegen?
Grete H. aus B.

Paolo Zedmic: Natürlich. Das meine ich im wahrsten Sinne desWortes. Also ohne Chemie.
Mit der Pharma ist es ja wie mit der Polizei: Niemand liebt sie, aber wenn man sie mal braucht, ist sie nie da. Also brauche ich nur Naturheilmittel. Und ich halte mich an die Gesetze der Natur: Es gilt das Recht des Stärkeren, und zwar auch im Kampf gegen Viren. Deshalb musst du dein Kind anstecken,
bevor es dich erwischt. Denn nur der Fitteste überlebt!
Krankhafte Logik
Ich weiss ja, wiedas ist. Mein jüngstes Herzamöbchen Feliz (3) hat auch immer den Schnupfen. Sie leidet dazu auchunter einem sturen Kopf. Den hat sie allerdings nicht von irgendwelchen Viren, sondern von ihrer Mutter. Und diese Sturheit ist unheilbar!
Ausserdem kann sie bereits jetzt den Sommer kaum erwarten. Kurzundgut: Die Kleine hat so viele Gebrechen in ihrem zarten Alter, dass es mir doch wirklich fast den Herzknochen bricht. Wenn ich also mit Fiebermesser und Essigwickeln an ihrem Bettrandsitze, sage ich ihr zärtlich ‹Feliz, mein Hypochondrinchen›. Fremde Wörter sind eines der wenigen Gebiete, wo ich bei ihr noch punkten kann. Ich sage also ‹Feliz, mein Glücksbakterium, du kannst jetzt nicht baden gehen, wo du so krank bist.›. Doch sie will raus, um jeden Preis, am liebsten nur in der Badehose.
Leider kann sie schon argumentieren, und etwas Tobkraft hat sie stets übrig, selbst im Fiebertraum. Ach, diese Altklugheit, noch so eine chronische Kinderkrankheit. Bleich wie ein Leintuch hüstelt also mein kleines Alles: ‹Ich bin ja schon krank, dann kann ich nichts mehr kriegen.› Als ich mich anschliessend bei meinem Freund Basil ausweine, tröstet er mich. Die Logik sei eine der schlimmsten Epidemien der Menschheit.
Das hilft (kein Witz)
Gute Ratschläge sind noch günstiger als Generika, nämlich gratis. Ich verrate darum mein Mittel gegen alles,was weh tut: Scherze! Lachen ist die beste Grippenprophylaxe. Meine Grossmutter konnte sogar Cholerabazillen und Pesterreger verscheuchen, wenn sie nur mit ihren Zähnen blitzte. Sie hatte eben einen Goldzahn und mehrere schwarze Zahnlücken. Geheimrezept! Deshalb bin ich bis heute so robust.
Funktioniert das Vorbeugen aber nicht, musst du dich an den schönen Nebeneffekten freuen: Ist dein Kind immer krank, musst du nie arbeiten! Wer nimmt es einer Mutter mit krankem Kind übel, einen Tag blauzumachen? Niemand! Pass aber auf, dass du dich nicht gewöhnst an das Schwänzen mit gutem Gewissen. Als mein Sebastian klein war, ging seine Mutter Yvonne sogar soweit, ihm ab und zu etwas ins Essen zumischen, damit sie bei ihm zu Hause bleiben durfte.
Verstehenwir uns richtig: Ich war das nicht. Sie tat es auch nur einmal. Und Yvonne ist sowieso eine höchst zweifelhafte Person, aber das gehört nicht hierher. In meinen vier Scheidungskämpfen habe ich das Wichtigste gelernt: Zeige nie eine Schwäche. Sonst wird das nur ausgenutzt. Egal, ob vom Scheidungsanwalt der verflossenen Frau oder vom Schnupfenbazillus. Beide kennen keine Gnade. Sei also lieber auf der Hut und sei froh, solange nur Lina krank ist, und du noch nicht, Grete. Denn das Domino des Teufels lacht am Schluss immer.
Das ist einfach so. In diesem Sinne: gute Besserung!

Paolo Zedmic (42) ist als Frohnatur gegen viele Übel der Welt immun. Nur gegen die Arbeit kennt er kein Rezept.