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Samstag, 5. Dezember 2020

Bookcrossing als Secondary Gain

Seit Neuestem wurden auch im Blogger-Tool angeblich falsch geschriebene Wörter rot unterwellt. Das war nicht geheuer.
Einen orangen Leuchtstift kann man verlegen. Man kann damit nervös auf den Tisch klopfen und sogar Samstagmorgens um 6 einen gehörigen Lärm veranstalten. Man kann aber auch zwei Männchen auf eine Wand malen und heimlich ein paar Fitzers aus der Süssigkeitenkiste klauen.

Donnerstag, 3. September 2020

Papa Berset erklimmt den Regensberg

Monatelang hing diese Karte als Souvenirs auf dem WC. Seit heute ist sie weg.
Von der Idee zur Tat sind es manchmal nur wenige Synapsen, die überbrückt werden müssen. Die Idee, das Lied «I get ideas» von Louis Armstrong auf der Ukulele zu üben, ist beispielsweise relativ einfach zu realisieren. Man muss es nur suchen, finden und dann üben.


Montag, 27. April 2020

Schweizer Radio International

Tags zuvor war da plötzlich ein Bettrost gestanden. Zuerst beim Container, dann vor der Haustür. Und dann war er weg.
Wir versuchen aus der Erinnerung die Namen jener zu erwähnen, die damals unter der Lawine verschüttet wurden. Reto Hänny war nicht dabei, er war zwar ein Walser, aber nicht im Wallis. Der Grossvater befand sich zu jener Zeit im Ausland, genauer in Nepal, wo er Strassen plante und vermass. Er hörte auf Schweizer Radio International, dass eine Lawine fast alle seine Kollegen in der Unterkunft verschluckte. Deshalb ärgerte er sich, dass die Luzerner Zeitung zum 50. Jahrestag des Lawinenunglücks nur ein Bild mit Bildlegende gebracht hatte: «Zu den betroffenen Militärpersonen stand kein Wort, obwohl einige Opfer und die Mehrheit der Soldaten aus der Zentralschweiz stammten.» Auf seine Reklamation hin wurde ihm dann zugesichert, einen Leserbrief zu veröffentlichen. In der Diskussion um Corona-Virus und VBL ist der am 3. März bei der Redaktion eingegangene Brief dann unters Eis geraten. Seine Nachfrage vom 11. März hat dann genützt, worauf der Leserbrief am 13. März erschien.

Dienstag, 11. Juni 2019

Who's Who in Switzerland

Manchmal ist der Kontext für eine Einordnung primordial. Die Schweizer Bundesräte und das Who's Who sind längst passé.
Zitate kann man zuordnen, man muss aber nicht. Die Schweizer Bundesräte jedoch würden Urstände in Uri feiern, wenn sie könnten.

Dienstag, 22. Mai 2018

Wann reicht es meinen Töchtern endlich?

Grosseinkauf mit Kindern: Ab und zu kann man das schon als Last empfinden, meint unser Kolumnist Zedmic.
Immer wenns pressiert, sind meine Zwillinge Elfie und Belle (4) extra lahmarschig.
Und wenn ich schon zu spät bin, wollen sie noch spielen. Ist das normal? Alf H. aus B.


Paolo Zedmic: Ja, meine machen das auch immer. Das ist das Perfide an der kindlichen Konstitution: Niemand macht einem Kind Vorwürfe, wenn es zu spät kommt. Es ist ja noch nicht selbstständig. Ha! Aber wenn Papa wegen den Kleinen den Zug verpasst, ist er selber schuld.
Mein Gott, mir reichts langsam. Nein, mir reichts schnell! Ich könnte mir vor Ärger einzeln die Haare ausreissen, wenn das nicht so lange dauern würde. Meine Kinder foltern mich richtig mit ihrem Dienst nach Vorschrift. Genau extra dann, wenns pressiert!
Wie eine hämische Horde von Pünktlichkeitspunks machen sie alles schlimmer. Verspätung hoch drei. Und die lernen das nie! Meine Linda, diese Schlange, ist ja jetzt schon 19, also praktisch erwachsen, aber noch immer zu spät.
Und die Leute lachen blöd,wenn ich viel zu lange habe beim Einkaufen, weil Achim
nicht nachmag. Dieses Nilpferd! Dabei versuch ich ihn mit allen möglichen Zückerchenzu
motivieren, dass es etwas schneller geht. Aber das hilft im Gegenteil! Vom Süssen wird er noch schwerer und immer lahmer. Du kennst das ja, mit den Zwillingen: Du schiebst 100 Kilo durch den Migrosladen, musst den Lift nehmen, findest nichts als Umwege und verlierst Zeit wie Sand am Meer. Und nach dem Einkaufen bleibt Achim immer im Einkaufswägeli stecken, weil er im Laden genascht hatwiewild. Für solche Sachen hat er immer Zeit. Dabei wollte ich nur einen Wecker kaufen, als Geschenk für Linda, aber dafür hat die Zeit vor lauter Schimpfen nicht mehr gereicht.
Es ist zum Wegrennen
Der Gesellschaft ist das egal. Die findet das auch noch gut, dass die Kinder keinen Termindruck
kennen. Ich habe bei meinem Job im Hallenbad einmal eine Ausrede ausprobiert.
Statt dem üblichen «Panne» oder «Stau» sagte ich «Kinderstress». Der Chef schüttelte nur verständnislos den Kopf und empfahl mir, beim nächsten Mal gleich die Kinder mitzunehmen, in einen Sack zu stecken und mir um den Hals zu binden und damit ins Bassin zu hüpfen. Mein Chef ist
eben sehr unverständlich und ein bisschen geschmacklos.
Aber das passt ins gleiche Bild, sagt Basil, mein philosophischer Freund. Wer die Macht hat, macht den Terminplan. Wer folgen muss, hält ihn ein. Nur bei den Kindern ist es anders herum! Jaja, woher können sie wissen, was Zeit bedeutet? Sie verstehen es noch nicht. Aber trötzeln und tändeln
können sie. Und wer kommt zu spät? Der Erwachsene. Wir sind die Trottel!
Jede Hilfe kommt zu spät
Zum Glück hast du mich nicht um einen Rat gebeten, lieber Alf. Weil es gibt kein Kraut gegen Verspätungen. Und gegen Bremsen auch nicht! Meine Ex Alice sagte übrigens immer, Kinder sind wie Bremsen. Es ist zum Weglaufen, was ja leider verboten ist. Und wenn man mal Zeit hätte, um gar nichts zu tun, wollen sie unterhalten werden und versäumen dich.
Kinder sind ein Hobby rund um die Uhr. Wenn ich einen Erfinder treffe, sage ich ihm, ob er Kinder erfinden könnte mit Pausenfunktion. ZumVerschnaufen, weisst du. Das wäre für Papa wie auch für die Kinder gut, beide könnten sich schnell erholen.
Aber was träume ich, wahrscheinlich treffe ich nie einen Erfinder. Und wenn, dann hat er sicher keine Zeit, mich nach meinen Wünschen zu fragen. Oder ich käme nicht dazu, weil mich mein Louis terrorisiert. Was gibt es für einen Trost? Das Ganze geht schnell vorbei, das sagen alle Eltern. Ich auch: Du gehst auf den Balkon und kratzt dich am Hals. Und wenn du wieder herein kommst, sind deine Kinder gross und du alt. Dann haben wir Zeit. Endlich!

Paolo Zedmic (42) ist Hausmann und Abwart. Zudem hütet er widerwillig fünf Kinder zwischen 3 und 26 Jahren rund um die Uhr.