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Freitag, 25. Mai 2018

Herr Nägeli im Alentejo


Die Werbung für Mietautos ist Guerilla-artig gestaltet. Deshalb fällt jeder gemeine Grossstadt-Surfer prompt drauf herein.
Herr Nägeli ist ein Sprayer. Genauer gesagt ist Herr Nägeli der einzige Sprayer der Welt, dessen Werke ich selbständig in der Stadt erkennen und bestimmen kann. Aber da bin ich nicht der einzige, und deshalb sind seine Grafittis ja auch Kunst. Ob Herr Nägeli je im Alentejo war, ist mir nicht bekannt.

Samstag, 2. Dezember 2017

Der schmale Grat der Hoffnung

Tell und Helvetia gehen bergsteigen: Eine Auftragsarbeit von Le Samu für das Programmheft eines Jugendseminars.
Man kann es nicht oft genug sagen, auch wenn man damit das schlechte Gefühl mehr schlecht als recht dämpft: Den Titel dieses Posts habe ich von Jean Ziegler geklaut. Sein gleichnamiges Buch ist aber viel besser - und auch um einiges umfangreicher als diese abrisshafte Rezension. Sorry!

Sonntag, 19. März 2017

Seppitag

Dieses hübsche Pferd heisst zwar auch Seppi, kann aber nicht sehr gut Tennis spielen. Es hat heute frei.
Der 19. März fällt dieses Jahr auf einen Sonntag. Das ist traurig für die wenigen Enklaven, wo der Josefstag noch arbeitsfrei wäre, ein verlorener Feiertag. Da dies aber nicht mehr so viele Menschen betrifft, vergessen wir den Seppitag einfach. In Zürich wird heute der Tag des Jüdischen Buches gefeiert. Im Kulturhaus Helferei fängt es schon am Vormittag mit einer Lesung von Deutsch-jiddischen Wortgeschichten an, unter dem Titel "Gauner, Grosskotz, kesse Lola". Zum Schluss des Tages gibt es am Abend eine Theater-Premiere: Der «Mythos Czernowitz - eine Welt, in der Menschen und Bücher lebten.»

Montag, 13. März 2017

Die rosarote Wirtschaft

Gruss aus der Pfalz: Die Innenstadt sieht heute etwa noch gleich aus wie damals, einfach mit weniger Betrieb.
Die Stadt Pirmasens, bekannt als Geburtsort des Dadaisten Hugo Ball, den sie aber damals dort nicht gebrauchen konnten und folglich mit Steinen verjagt hatten. Das hübsche Pirmasens also kann nichts dafür, dass ausgerechnet es herhalten muss als Illu für die erste Folge einer lockeren Rubrik von unausgegorenen Geschäftsideen, die man bei Gelegenheit verwirklichen könnte, wenn man die Zeit, die Energie und die Mittel dafür hätte. Aber es war halt während einer «Flüchtlingskrise», in die ganze Medienwelt sich fragte, wohin denn alle diese fremden Leute sollten. Und als ich an jenem Sonntag durch die Innenstadt joggte, fiel mir auf, dass all diese Geschäfter und Läden nicht nur wegen dem Sonntag zu hatten, sondern recht definitiv geschlossen aussahen. Nur im Speckgürtel gab es da offene Läden, die mit dem Auto erreichbar waren. Filialen von gesichtslosen Ketten zumeist. Im Zentrum aber hing an mehr als jedem zweiten Lokal hing ein Schild «zum Verkauf». Das einzige Restaurant, das offen hatte, war das Gasthaus eines selbstbewussten Migranten. Das war von weitem offensichtlich. Das Haus war bunt gestrichen, vor allem neu, und arabesque verziert. Natürlich, man sich über den Geschmack orientalischer Architektur streiten. Muss es Pink sein? Doch die megagrosse Deutschlandfahne über dem Erker machten sich gut, während jenem Fussballturnier, das in der Zeit auch lief. Und der Wirt zeigte de ganzen Stadt, dass er es geschafft hatte. Ich kehrte kurz ein und dachte mir beim Kaffee, wenn jetzt jemand wirklich die verfallenen Innenstädte Deutschland beleben möchte, dann müsste man nur ein paar Einwanderern eine Chance geben. Besser es läuft was, als dass es ausstirbt. Diesem Marshalplan aber würde ich «die rosarote Wirtschaft» nennen, in Erinnerung an Pirmasens, dessen Sinn sich mir bis heute nicht ganz erschliesst.    

Donnerstag, 2. März 2017

Campo empfiehlt (01) Pagare insieme

Pagare Insieme streitet: Es gibt evtl. noch bessere Bandfotos im Internet.
Nach zwei Blindposts befinden wir uns immer noch in der Versuchsphase dieses Blogs, dessen Namen noch nicht mal fest steht. Aber was wir schon haben, sind Inhalte. Ja, davon haben wir womöglich mehr als genug. Mit den Inhalten ist es ja wie mit den Ideen. Man muss sie im richtigen Moment am richtigen Ort haben, alles andere ist, naja, Lernen. Nun, als abschweifende Fingerübung vor der Mittagspause möchte ich in wenigen Worten auf das Werk meiner liebsten Sängergruppe hinweisen. Sie heisst Pagare Insieme und hat sich einen kecken Namen gemacht als «zweitbeste A Capella Band». Natürlich war das typisches Hinterländer Understatment. Auf Youtube kann man ihnen zuhören, das bewegte Bild ist dabei nicht so wichtig. Hauptsache das Herz singt schön mit, beim Vorwandsong etwas oder beim Lied ohne Botschaft, allesamt programmatische Gassenhauer. A propos: Weniger populäre Ohrwürmer,  deshalb auch nicht auf Youtube, und nur für fortgeschrittene Geniesser zu empfehlen, sind die Titel «Notschlifi» und «Casano», eine historische Fussballhymne. Wer die hören möchte, der gebe mir nur ein Zeichen. Das muss fürs heute reichen, e Guete.