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Dienstag, 25. Dezember 2018

Fröhlich von Singen nach Schötz schreiten

Wie in den Vorjahren verbrachte er die Weihnachtstage auf der Strasse: Im Gepäck Essen, Demut und jede Menge Fernweh.
Heilig Abend war vorbei. Er arbeitete bis tief in die Nacht. So wurde die Weihnachtsgeschichte einmal mehr in letzter Minute fertig. Aber sie sorgte für glänzende Kinderaugen. Kein Knirps interessierte sich mehr für die Geschenke unter dem Christbaum, sie waren längst vergessen. Alle wollten nur noch singen, singen, singen. Danach gingen sie friedlich schlafen und machten am nächsten Morgen Frühstück für Mama. Er wurde still und wünschte sich erneut den Weltfrieden.

Freitag, 23. November 2018

Es gibt ihn noch, den Gratisimbiss

Es ist ein grosses Glück, dass für einmal das Bild zur Überschrift passt. Normalerweise ist das ja nicht der Fall.
Wer einen Businessanzug hat und einen kleinen Hunger, dem sei das Flughafenhotel Radisson empfohlen. Man steigt am Bahnhof aus und folgt den Schildern. Wenn um die Mittagszeit im grossen Atrium bei der Weinflaschenleuchturmbar kein Stehlunch im Gang ist, kann man mit dem Lift in den 7. Stock fahren. Dort findet sich praktisch immer ein oder zwei Foyers ein reich gedecktes Buffet, wo man sich unter die Geschäftsleute mischen kann, auf Kosten der Firma. Wohl bekomms!

Sonntag, 3. Juni 2018

Du da, ist es die da oder doch eher Duda?

Duda ist nun wirklich eine Nummer, die man immer wieder bringen kann. Man kann sich gar nicht satt sehen daran.
"Nehm jeder sich heraus, was er grad braucht! Ich selber hab mir was herausgenommen..." Dieses nette Sonett von Brecht wird immer nur unvollständig abgeschrieben, leider. Da sollte sich doch irgendwer mal die Mühe machen, das ganze Gedicht zu recherchieren, finde ich. Nur so als Idee. 

Sonntag, 18. Februar 2018

Herr Fischer, seine Frau und die Bussen

Zur Abwechslung mal eine wahre Augenweide als Blickfang: Dieses Archivfoto trägt den Titel «Reservoir Dogs 2»
Es war einmal ein Fischer, der wusste alles immer besser. Er fluchte gern bei der Arbeit. Aber als seine Netze immer öfter leer waren, weil die Fische ihm durch die Maschen glitten, dachte Herr Fischer nach und verbitterte darob. Seine Frau setze ihm den Floh ins Ohr, dass er gut daran täte, die Netze der anderen Fischer im Dorf zu zerschneiden. Da Herr Fischer ein gehorsamer Gewerbler war, tat er, wie ihm seine Frau riet, und er wütete am Fischerhafen, dass am Ende nur noch sein eigenes Netz ganz war. Dann fuhr er auf den See, doch er fing nicht mehr Fische als vorher, weil es gar keine mehr gab. Und als er traurig wieder im Hafen anlegte, fand er mehrere böse Überraschungen vor. Erstens hatte ihn seine Frau verlassen, zweitens stapelten sich die Klagen der Konkurrenten, deren Netze er so übereifrig zerschnitten hatte. Und drittens brummte ihm Gevatter Staat genau deswegen eine saftige Busse auf. So gab Herr Fischer sein Gewerbe auf, kandidierte als Verbandsfunktionär und wrude wider Erwarten gleich doppelt gewählt, dass er bis an sein Lebensende ausgesorgt hatte. Ende.