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Donnerstag, 25. Februar 2021

Ein Unglück vor 51 Jahren

Jegerlehner war früher da, wo das Lokal zu vermieten steht: Wo er wohl hingezogen ist? Und ob da wieder öper kommt?
Der Vater beschrieb nüchtern, aber eindrücklich, wie es seine Art als Ingenieur war, seine Erfahrung von damals. Aus der Erinnerung. Seine Geschwister konnten dies einordnen, und auch seine Kinder, denn sie wussten, wie er 1970 in den Nachrichten von Radio Schweiz International die Namen seiner verstorbenen Kollegen gehört hate, mit denen auch er im WK gewesen wäre, wenn er nicht mit Auslandurlaub als Entwicklungshelfer-Ingenieur in Nepal Strassen gebaut hätte. Dies alles war sehr mystisch, im eigentlichen Sinne, und hatte im Grunde nichts mit Militär oder Offizieren zu tun.

Mittwoch, 7. Oktober 2020

Home Office

Am Velositz war eine Schraube locker und die andere fehlte, so dass das Kind, das dem Sitz eh bald entwuchs, fast fiel.
Am Radio hörte Zakes Mda, der in jungen Jahren im bewaffneten Widerstand gegen die Apartheid in Südafrika gekämpft hatte, wie die Jugendlichen in Westafrika keine andere Perspektive sahen, als eben, Terrorist zu werden. Eine Karriere als Outlaw war für viele Jugendliche die einzige erwägenswerte Option. Das stimmte Zakes sehr traurig. So wurde er Schriftsteller und Maler. 

Samstag, 18. April 2020

Alle jetzt reinzoomen

Ein Baum, ein Stamm, zwei Kinder und ein Stammbaum: So idyllisch kann eine Szene im Wald sein, wenn alle zuvor gebrätelt haben.
Tipps für das Leben in den eigenen 4 Wänden vom Kick: Gehen Sie Umwege. Streifen Sie durch Ihre Wohnung, wenn Sie vom Sofa in die Küche oder zum WC wollen. Betrachten Sie dabei Ihre Wohnung und alles, was Sie darin haben mit lächelnden Augen. So erkennen Sie Neues im Alten. Öffnen Sie dann das Fenster oder gehen Sie auf den Balkon und lachen, juchzen, klatschen in die Hände und schauen Sie mit neugierigen Augen, was passieren wird. Öffnen andere Ihre Fenster, stellen Sie sozialen Kontakt mit körperlicher Distanz her. 
Reden Sie mit denen, die auf der anderen Strassenseite wohnen oder gerade unten vorbeigehen. Rufen Sie Ihnen zu: Bleiben Sie gesund! Wir schaffen das! Wir halten zusammen! Winken Sie dabei und lächeln – das kann Wunder wirken!
 

Samstag, 27. April 2019

Wer ist stärker, ich oder du?


Eine Ohrfeige hat noch keinem geschadet, meint der Volksmund. Das ist eine kurzsichtige Erziehungsmethode.
Leider kann ich hier nicht verkünden, dass mir die Hand noch nie ausgerutscht ist. Doch ich schäme mich dafür, auch dass es ab und zu vorkommt, die offene Provokation des Kindes. Besonders mit Zweijährigen bin ich schwer überfordert, ich gebe es zu. Sie haben eine Art zu argumentieren, die mich auf die Palme bringt. Instant, radikal unvernünftig! Und die Lösung ist so verführerisch, die körperliche Überlegenheit so krass, zudem kann man ja nicht ewig warten, man ist in der Pflicht, den Tarif durchzugeben: Also bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.
Heute Morgen war es mal wieder so weit, mea culpa. Eine unbeherrschte Grenzüberschreitung meinerseits. Nein, ich habe mein Kind nicht geschlagen. Ich habe den trötzelnden Buben nur unter den Arm geklemmt und gegen seinen Willen auf dem Velositz befestigt, um ihn, wie es das Montagritual vorsieht, auf dem Weg  ins Büro in die Kita zu fahren. Nur wollte der Kleine heute Morgen einfach nicht. Er hatte keine Lust und machte seinen Standpunkt schnell klar. Es ist ja nicht so, dass er seinen Willen nicht klar argumentieren könnte, nein, im Gegenteil: Für einen gut zweijährigen äusserte er  sogar recht vernünftig den Wunsch, Ich will da bleiben und spielen. Dann, als dieser Vorschlag auf ein müdes Lächeln unserseits stiess, wollte er stattdessen mit Mama zur Arbeit zu fahren.
Schliesslich hatte er das ganze lange Wochenende ganz allein mit ihr verbracht, ein Traumwochenende für so einen kleinen Mamihöck. Und ich nehme es ihm überhaupt nicht übel, dass er mich kaum vermisst zu haben scheint. Ich sehe sogar grosszügig darüber hinweg, dass er mich grundlos kritisiert, nur aufgrund meiner Anwesenheit beim Frühstück, die ihn offenbar in seiner mütterlichen Idyllie stört. Nun müssen wir aber los, anziehen geht noch, trotz Zeitdruck, leider ist die Mama auch noch da, sie ist aber mit den grösseren zwei beschäftigt.
Theoretisch ist ja das eine liebreizende Idee, dass man mal mit der Mama zur Arbeit fahren möchte. Das wäre bestimmt interessant und liesse sich vielleicht einmal einrichten – aber ein andermal. Jetzt müssen wir los. Wim besteht auf seinem Standpunkt, unverrückbar.
Hier treffe ich in meiner elterlichen Entscheidungsgewalt eine Entscheidung: Grenzüberschreitung: Ich packe ihn, schleppe ihn auf das Velo und fessle ihn relativ unsanft, den Schnudderi, auf das Sitzli vom Velo. Immer beherrscht, aber bestimmt, ihm gut zuredend, die Wonnen eines Kitatages ausschmückend.
Dialog ist immer besser, Vernunft ist gut. Trotzdem: Das Geschrei hört selten auf, wenn man ein Kleinkind unter den Arm klemmt und mit ihm fortmarschiert. Es geht erfahrungsgemäss erst richtig los. Und ich würde schon sagen, dass man, wenn man nicht den riskiert, den Willen zu brechen doch, riskiert, dass das Kind einen Knacks kriegt. Und die Regeln der Sozialisation bestimmen, dass genau das weiter geht, von Generation auf die nächste. Und wenn man pech hat wird es zum Bumerang, weil der kleine ja irgendwann stärker sein wird. Man kann nur hoffen und warten und warten und hoffen, dass er bis dann auch einigermassen zur Vernunft gekommen ist.


Samstag, 21. April 2018

Den Poeten hat es erwischt

Der zweite Mann von links wurde als "der Poet" im Internet bekannt.
Heute war in der Zeitung ein Artikel über einen Plagöri, der auf Facebook Sprüche postete und damit eine Weile grossen Erfolg hatte. Als er aber die gesammelten Kalendersprüche als Bücher zu verkaufen begann und damit noch mehr Erfolg hatte, beschwerte sich der intelligente Schwarm. Er hatte einen Grossteil der Texte ziemlich dreist von einem amerikanischen Portal abgeschrieben, nur notdürftig verfälscht, aber immerhin ins Deutsche übertragen. Nun ist er aufgeflogen und abgetaucht.