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Freitag, 7. Mai 2021

Der letzte Tropfen

Datenschutzfrei: Diese romantische Unterkunft in der Nähe des GC-Epizentrums konnte man während der Krise buchen.
Tobi lebte jahrelang in einer Jurte. Er schwärmte von der Schönheit der Menschen auf Hawaii, nachdem er einmal diese Insel bereist hatte. Am Sonntag ging er manchmal in eine Bäckerei, nur um mit der Verkäuferin einen Schwatz abzuhalten. Wenn er allein im Laden war, tat er dies. Und ging dann zumeist, ohne etwas gekauft zu haben. Sie wusste das und tolerierte Tobis Verhalten. Es war ihr kleines Geheimnis und eigentlich waren Tobis Besuche auch der Grund, warum sie gerne am Sonntag arbeiten ging. 

Donnerstag, 11. März 2021

Ein Stück Wähen mit Speck

Der Mindestabstand war 1 Meter, vor allem gegenüber älteren Leuten. Für Bob war das angesichts der Coronakrise noch nachvollziehbar. Wirr wurde es ihm aber im Kopf und ebenso stürmisch kamen ihm die Virenwirren aber vor, wenn er ans Pendeln dachte und an die Panik im öffentlichen Verkehr. Denn eigentlich braucht er alle halbe Stunde eine Zigarette, um zufrieden und gesund zu bleiben. Weil seine Fahrt aber deutlich länger dauerte, musste Bob in Zug auf halber Strecke aus dem Zug aussteigen und im Rauchbereich, wo wiederum ein Maximalabstand von 2 Metern galt, eine Zigarette geniessen. Selten reichte es ihm, nach wenigen Minuten Nikotinaufnahme, noch in den gleichen Zug wieder einzusteigen, so dass er jeden Tag eine halbe Stunde Zeit verlor. Und alles nur wegen einem kleinen, unscheinbaren Virus, seiner Nikotinsucht und seinem sturen Kopf.



Freitag, 26. Juni 2020

Leute von heute

Für 4 Kilometer reicht eine Viertelstunde: 5 Höhenmeter sind nicht gerade viel, und wenn es abwärts geht schon gar nicht.
Es gibt Leute, die nehmen sich für jeden Monat eine Challenge vor. Chris war ein Einzelgänger, er trug Vollbart und filmte sich über ein selbstgebasteltes Spiegelsystem jeden Morgen von der Helmkamera aus. Es tat ihm gut, dies alles, und er nannte sein Ritual, wenn er morgens das Gerät anzog, um laufen zu gehen, liebevoll Stravatime. Übrigens rannte Chris immer barfuss.

Mittwoch, 22. April 2020

Do you believe in Magic Kobe Beef?

Der Mutter mit Basketball und Pennyboard geht es wie mir: Sie amüsiert sich auf dem Pausenplatz mit dem Spielzeug ihrer Coronakiddies. Aber Achtung, Abstand halten! Basketball ist ein harter Männersport, ein Schwitzsport, es geht da ähnlich zu und her wie auf Baustellen. Das wusste schon Magic Johnson, als er 1991 sich als HIV-positiv outete und zurückttrat. Später spielte er weiter.

Dienstag, 14. April 2020

Unfrage bezüglich UKW

Am Samstag, als die Schweiz Lebensmittel hamsterte, ging Gregoire zum Bender, um im Schaufenster die Zeitung zu lesen.
Dass der Landessender still gelegt wurde, ist kalter Kaffee. Inmitten der Coronakrise stellt sich jedoch die ernst gemeinte Unfrage, ob das Bakom auf den Entscheid, die UKW-Frequenzen dem freien Markt preiszugeben, zurück kommt. Ob Twitter das geeignete Medium ist, um eine diesbezügliche Anfrage an den Bundesrat zu tätigen? Vielleicht ist der Zeitpunkt ungünstig, aber Hans nahm sich vor, die von ihm mitgewählte Parlamentarierin aus seinem Quartier bei nächster Gelegenheit darauf anzusprechen.

Freitag, 21. Februar 2020

Die Antwort von Radio Eriwan ist fällig

Lo Bennotto rennbereift und rennbereit: Heute habe ich einen profillosen Pneu aus dem Keller entsorgt. Die Skischuhe nicht.
Vor einem Jahr ist mir eine Kleinanzeige in der Woz ins Auge gestochen, die mit einer "Frage an Radio Eriwan" eingeleitet wurde. Unterdessen sollten die Werberin und ihr Anwalt eine Bleibe gefunden haben. Ebenso ihr Trottinettfahrer ein eigenes Zimmer, der aber mittlerweile 4 Jahre alt ist.

Sonntag, 26. Januar 2020

Im übrigen sollte die Kommune bewohnt sein

Tomy war einer der vielen Decknamen von Cato. Im übrigen schrieb er nicht auf einem Spielzeug, doch Nashörner gab es.
Viele schrieben wahnhaft. Andere schrieben nur, wenn sie dafür bezahlt wurden. Dann gab es noch dritte, die wahnhaft schrieben und auch, wenn sie dafür bezahlt wurden. Meist gab es aber auch eine Abschlussredaktion, welche die gröbsten Böcke aus den vorgelegten Manuskripten ausbügeln konnte.

Donnerstag, 2. Januar 2020

Befreit in die neue Dekade

Mario und Luigi sind Maniker, aber sie haben wenigstens Stil: Ihr Logbuch wird von den Weltmedien verfasst.
Ein Kollege hat gestern begonnen, jeden Morgen einen Traum aufzuschreiben und ihn mit der Welt zu teilen. Vor einigen Jahren hat ein anderer Freund täglich auf Twitter ein Gedicht publiziert. Ich war in den letzten Jahren auf Social Media extrem aktiv und habe beschlossen, eine Pause einzulegen. Wie lange sie dauert und ob ich wieder einsteige, das lasse ich mal offen. Aber seit gestern bin ich digital detoxed und es fühlt sich gut an.

Dienstag, 31. Dezember 2019

Warum in der Kreuzmatt zwei Natern züngeln

Den Hersteller gibt es nicht mehr, der Ersatzschlüssel ging verloren, die Schlüsselmeister der Stadt verweigern ihre Arbeit.
Ausgerechnet an Silvester überfiel ihn das Festfieber. Er hatte seit 7 Jahren keinen Rückfall mehr erlitten, doch nun gab es keinen Zweifel: Knieschlottern, Hühnerhaut, plötzliche Übelkeit. Ernst wusste, dass es nur einen Weg gab. Umkehren, Übung abbrechen. Und dem Drang nachgeben. Denn gegen das Festfieber war kein Kraut gewachsen, weder in Kurdistan noch in Kolumbien. Also nahm er seine Begleiterin zur Seite und sagte es ihr. Dann schritt er federnd zur Tür hinaus, um zu packen. Schon auf der Schwelle spürte er eine Linderung der Symptome.

Freitag, 8. November 2019

Der Ticks mit den Tags und andere Gewitter

Sie war so in ihr Fon vertieft, dass sie nicht hörte, dass der Kellner fragte, ob sie schon fertig sei. Erst als er abgeräumt hatte.
Sie war am Morgen aus Versehen im Dunkeln auf eine Weinbergschnecke gestanden, die wohl zum Briefkasten geschlichen war. Das schadete ihrem Karma sehr und sie hatte einen ganzen Badhairday. Nun setzte sie sich hin, atmete durch und las auf Twitter die wunderbaren Gedichte von Martin Suter.

Freitag, 1. November 2019

Auf den virtuellen Friedhöfen mit Mumien feiern

Man kann es drehen und wenden wie man will: Der Mann unten im Bild aber hebt nach 23 Umdrehungen ab und fliegt weg.
Aus einer Stadt auf den Philippinen erreicht uns via Twitter die Nachricht, dass sie an Allerheiligen wie ausgestorben wirke. Die Menschen seien wohl alle auf den Friedhöfen am Feiern, heisst es.

Samstag, 7. September 2019

Der Jesus von Zureich sucht Asyl in Indiens Slum

Der Urvogel Archeopteryx ist nicht ganz so bekannt wie der antike Phoenix. Der Pilot aber heisst Alex oder Asterix.*
Ursus schnitt ihm rüde den Weg ab. Er kannte den Bär genau, doch er ignorierte ihn. Aber so knapp wie er ihm den Weg abschnitt, konnte man gar nicht träumerisch radfahren. Es musste Absicht gewesen sein! Er musste absteigen, sass eine Weile auf den Trottoirrand, schnaufte durch und schimpfte. Dann fuhr er weiter. Und als er im Wartebereich Platz nahm, sah er ihn wieder. Er sass da, wie wenn nicht gewesen wäre: Ursus!

Dienstag, 3. September 2019

Schlaf ist das höchste Gut des Schafs

Laden zu: Er schlief drei Tage und drei Nächte durch. Es tat ihm gut, doch er erlitt derweil beträchtliche Umsatzeinbussen.
Manchmal ist es hilfreich, wenn man eine Arbeit einige Zeit gähren und ruhen lässt. Ob das allerdings gleich vier Jahre sein müssen, wage ich zu bezweifeln. Und wenn einer dann differenziert aufzuwacht und gleichwohl überhastet den sofortigen Abschluss sucht, ist natürlich auch kein Weg.

Dienstag, 6. August 2019

Charlie Lou ist die grösste

Wenn dieses Foto nicht den 1. Preis im Fotowettbewerb gewinnt, weiss ich auch nicht mehr, was man als Papa tun muss.
Ohne Worte.

Dienstag, 2. Juli 2019

Grün bestickt ist halb gewonnen



Details machen es aus: Du sollst deinen Sticker nicht über den roten Klee loben.

Der Holzweg ist mein Heimweg, der Katzenbach führt vom Katzensee weg und die Familienheimgenossenschaft kriegt bald eine eigene Beck.

Sonntag, 9. Juni 2019

Absinth ohne Strom, aber in Sonntagskleidern

Als er nach dem Polterabend an dieser Stelle erwachte, trank er zuerst einen Schluck aus der Feldflasche. Er erschrak.
In Schottenröcken kann man gut wandern. Wenn man aber Prinz Harry heisst, sollte man das nicht allein tun. Sonst blüht einem zu Pfingsten die ewige Leere. Im Täschli fand der einsame Prinz zum Glück einen Flachmann mit Schnaps. Dem Prinzen war es eine Lehre, dass er den Hochzeitstag schon beim ersten Mal vergessen hatte. Das Tatoo auf der Backe brachte er mit Laser wieder weg.

Samstag, 1. Juni 2019

Ganz spontan

Das Team der Juve von 1940-1941 passt überhaupt nicht ins Konzept. Gerade deswegen ist es programmatisch passend.
Ärgerliche Texte. Intellektuelle Auseinandersetzungen. Ein Newsticker. Inspiration. Staccato. Eigentlich mache ich ja schon gern ganze Sätze, und so ein Einstieg ist nicht mein Stil. Und was wollte ich sagen? Der Historiker Remo Grolimund ist ETH-Professor und ein kluges Haus. Er mag Philosophen, Musik und kennt sich auch in Memetik aus. Neulich hörte er mit Twitter auf. Man sollte es ihm nachtun.

Dienstag, 14. Mai 2019

Der Postkartenfranz ist umgezogen

Warum hat der Mann X-Beine und lacht trotzdem? Vermutlich hat ihm jemand einen Witz erzählt.
Virtuelle Anschriften haben den Vorteil, dass man sie nicht immer ändern muss, wenn man umzieht. Dies, obwohl dahinter mitunter eine beträchtliche Logistik steckt. Fragen Sie mal den Robinson, den Freitag oder auch den Postkartenfranz, er kann Ihnen davon ein Liedchen singen.

Dienstag, 7. Mai 2019

Lyrik im Quadrat ist auch keine Lösung

Dieses Bild wurde schon mehrmals im Internet verwendet und eines ist sicher: Es zeigt nicht die Klimakatastrophe von 2011.
Im Dunstkreis der Republik im Hotel Rothaus gibt es zwei Menschen, die Daniel Graf heissen. Der eine ist seit letztem Herbst Feuilletonredaktor und hat das AboNummer #24397, der andere ist ein Tausendsassa der Demokratie und des Internets und er hat auch einen Blog. Beide sind mir persönlich unbekannt, aber sympathisch. Zudem scheinen beide kluge Köpfe zu sein.

Montag, 15. April 2019

Heureka im Rausch der Blätter


Lustiges Stilbild: Die Zettel sind eigentlich Traktate, der lässige Locher ist eher der Kategorie Machwerke zuzuordnen. 
Giovanni Pico de la Mirandola hat bereits im Jahr 1486, also just ein Jahrhundert nach der Schlacht bei Sempach, in einem Traktat notiert, woran sich die Maschinen noch lange die Zähne ausbeissen werden. Nämlich, dass es nicht um die Weltherrschaft der Büroklammern geht. Das las ich heute in der Republik.