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Samstag, 14. März 2020

Der Anlegergeneral Jack

Als Günther aufstand, verhedderte sich sein Schuh in der Tür und er zog einen voll raus. (Foto: Handelsblatt)
Jack musste erneut aus dem Morgenbriefing des Handelsblatts zitieren. Und er hatte wieder mal in kurzer Zeit so viele Dinge gelesen, dass er sie allesamt durcheinandermischte. Jack Welch, Gott habe ihn selig, sei «the biggest loser», raunte er. Und er schlug als neue Leuchtgestalt bei General Electric (GE) den Journalisten Mike Pearl vor. Ein notorischer Angsthase, aber mit Sinn für Humor. Die Shareholder-Logik und der Konglomerat-Fimmel von Pearl sind legendär. Er jazzte sein Ding hoch und steckte alles in eine dubiose Finanztochter und Jobkürzungen. Welch eine Pein war es, dem General zuzuhören, er sprach ohne Punkt und Komma. Dabei rauchte er gemütlich: «fix it, close it or sell it», «Beherrsche dein eigenes Schicksal oder jemand anderes wird es tun.» Und dann switchte er ins Chinesisch und entschwand.


Freitag, 12. Juli 2019

Federer vs. Nadal am Fernsehen hören

Wenn  man gut hinschaut, bemerkt man, dass die Ärmel dieses Leibchen etwas zu kurz sind.

Man kann ja nicht nur die Tagesschau hören, während man seiner Putzwut fröhnt, im salzigen Meerwasser nach Goldfischen taucht oder ganz einfach pendelt. Nein, sofern man die Kopfhörer und die Smartwatch nicht vergessen hat, kann man auch Wimbledon-Halbfinals hören. Ohne Bild.

Montag, 17. Juni 2019

Weshalb drücken wir die Daumen?

Die Geste nützt mehr als Daumendrehen - sagen wir. Völlig anders sehen das Amerikaner und Araber.
«lch drücke dir den Daumen», sagen wir,wenn wir einander Glück in einer Prüfung wünschen. Oder Erfolg bei einem Rendez-vous. Daumendrücken ist also im Gegensatz zum Armdrücken weder Kampfsport noch Körperübung, sondern eine Form von mentalem Beistand. Allgemein gilt, dass zwei gedrückte Daumen mehr helfen als nur einer- und mit Bestimmtheit hat Daumendrücken schon mehr bewegt als Daumendrehen.Im Normalfall reicht es, wenn mir jemand sagt, er drücke den Daumen. Manche Leutezeigen es aber gerne gleich vor und lassen beide Daumen wie Kastagnetten neben ihrem Gesicht zappeln. Ich finde das sympathisch. Doch woher kommt nun die Redewendung? 
Vom Galgen abschneiden
Die grusligste Erklärung finde ich auf einem religiösen Internetportal, wo «Daumen drücken», als abergläubisches Gedankengut verpönt ist. Der Begriff komme aus dunklenZeiten, heisst es da mit Berufung auf die «allerersten» Wörterbücher. Damals hätten Körperteile von Gehängten Glück bringensollen. Dem Daumen sei besondere Wunderkraft zugeschrieben worden, sodass man sich gerne mal den Daumen eines Gehängtenvom Galgen abgeschnitten und in den Hosensack gesteckt habe. Nun ja, vielleicht lesen wir besser in einem neueren Wörterbuch.
Daumen in Schrauben
Der Duden-Band Nummer 7, Ausgabe 2001, ist schon nüchterner: «Die Redewendung beruht wohl darauf, dass man seine Hände unwillkürlich zusammenkrampft, wenn man angespannt ganz stark wünscht, dass jemand etwas schafft.» Der Reflex ist gut zu beobachten, sei es bei FCL-Fans auf der Allmend oder bei «24»-Zuschauern vor demFernseher. Auch der Duden verweist auf denAberglauben: So soll das Einklemmen des Daumens vor Albträumen schützen. Autsch. Da drücke ich jenen den Daumen, die mit Daumenschrauben besser schlafen wollen. Amerikaner übrigens drücken einander nicht den Daumen, sondern kreuzen die Finger. Und in arabischen Ländern heben die Leute beide Hände gegen den Himmel und blicken nach oben auf der Suche nach höherem Beistand. Wir lernen: Was zählt, ist die Verrenkung.