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Samstag, 29. Juni 2019

Waschen gegen das Klima

Erkläre einem 6-jährigen, wieso eine Maschine Schwierigkeiten hat, zu begreifen dass es zwei Orte namens Muri gibt.
Bänz Friedli hat neulich wieder einmal eine grossartike Zytlupe geliefert: Es ging um das Klimajahr und das Wahljahr und den Sinneswandel der Bürgerlichen, kurz nach den Klimastreiks. Man dürfte das auch heute noch hören können - und es bleibt spannend: «Heisse Luft oder echter Wandel?»

Donnerstag, 23. Mai 2019

Wie ziehe ich stressfrei um?

Zerquetschte Finger, tobende Nachbarn, für immer verlorene Freunde. All das muss nicht sein, wenn man den Umzug richtig plant.
Gut, man kann auch alles eine Firma machen lassen. Aber erstens kostet das eine Menge. Und zweitens ist es dafür jetzt eh schon zu spät. A propos: Ein Umzug an den bekannten Zügelterminen hat einige Nachteile. Ausgebuchte Mietmöbelwagen, knappes Putzpersonal, Terminstress und vieles mehr. Unglaublich, woran man bei einer Zügelei alles rechtzeitig denken muss: Post, Telefon, Behörden, Sonderabfälle, Nachbarn ... Organisation heisst das Zauberwort, und dafür gibtes im Internet gute Listen, die man schon längst gelesen haben müsste. Doch noch ist nicht alles verloren. Als Stadtnomade mit reger Zügelerfahrung rate ich dazu, die Packerei als Spassevent zu betrachten. Wann kann man sonst ein so grosses Auto fahren? Und wie schön ist es, zuwissen, dass das Rückenweh nicht vom Bürostuhl kommt. Man hat Blasen wie ein Büezer und flauschige Staubfladen im Haar. Endlich bewegt sich was, und das ist ein Grund zum Feiern. Lade also möglichst viele Freunde zur Zügelparty ein. Je mehr Leute mit anpacken, desto freudiger wird das Kistentragen. Und je besser verklebt die Kartons, desto weniger fällt raus. Auch in billigen Einkaufstaschen lässt sich vieles verstauen uhd in kleineren Portionen ohne Mühsal tragen. Stellst du zudem genügend Essen bereit, werden die Freunde fröhlich schleppen und kaum murren. Alles frühzeitig bereitstellen. Aber Achtung: Um die gute Stimmung nicht zu gefährden, muss am Zügeltag alles bereit sein. Nichts ist stressiger, als noch Kisten zuschnüren, während das Zügelteam schon runterbuckelt. Unnötige Ramschtransporte könnten die Helfer verstimmen, deshalb entsorge Gerümpel im Voraus - vielleicht an einem Wohnungsflohmarkt? Zum Putzen brauchts dann wohl doch noch Profis, ausser du hast das Glück, dass deine alte Wohnung renoviert wird.

Donnerstag, 28. März 2019

Was tun Sie eigentlich in den Ferien?

Das dicke Kind rechts aussen hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem amerikanischen Präsidenten. Das Kotzen passt dazu.
«Ich bin Lehrer und Vater von zwei Kindern (3 & 7). Nun wünsche ich mir nichts sehnlicher als eine Auszeit von aller Jugend. Kommen Sie mit mir weit weg in die Ferien?» Walter A. aus L.

Paulo Zedmic: Ich würde ja gerne, aber ich bin leider schon verplant. Da das Hallenbad und der ‹Nebelspalter› über den Sommer zu sind, profitiere ich von verlängerten Ferien. Ich habe eine Pokerreise nach Las Vegas gebucht, dann eine Fastenwanderwoche im Kanton Schwyz und ein theologisches Seminar in einem Schottenkloster.
Da will ich meine moralische Verfassung etwas stärken, man verbraucht ja so viele Nerven mit den Kindern. Ausser mit meinem jüngsten Spross, von dem schon lange nicht mehr die Rede war. Denn er ist mittlerweile ein gutes halbes Jahr alt und so pflegeleicht und ruhig, die ganze Zeit – ein einziger Bébé-Schatz! Davon träumt jeder Erzieher. Er liegt und lächelt tagein, tagaus.
Er bewegt sich nur minim, das hat er wohl vom Vater. Sonst ist er zufrieden, wenn er seinen Brei kriegt. Ich bin sehr gespannt, wie er auf die Diät beim Fastenwandern reagiert. Für mich kann sich der zusätzliche Ballast nur positiv auswirken. Den Kleinen nehme ich natürlich überall mit, auch nach Las Vegas und ins Schottenkloster. Ich habe mir extra aus dem Nebelspalter-Güsel-Sammelwagen einen Babyrucksack gebastelt. Die Gambler werden denken, ich hätte das Ding beim Spiel gewonnen. Die Theologenkollegen werden mich für Christopherus halten.
Katastrophe in Kalabrien
Alles hat seinen Preis. Solène (3) ist schwer eifersüchtig auf ihren kleinen Halbbruder. Sie kommt ja bald in den Kindergarten und war noch nie mit mir in den Ferien. So ist das Leben. Solène verbringt die Ferien wie alle anderen Zöglinge bei ihrer Mutter. Nur ein Mal bin ich ja mit allen meinen damals vier Kindern in die Ferien gefahren, nach Kalabrien – eine Katastrophe. Ich schwor damals zu Poseidon: Das mache ich nie mehr.
Es fing schon auf der Fahrt an, wo die Bälger mir in schöner Mikado-Reihenfolge das ausgeliehene Auto vom Nachbar verkotzt haben. Ich musste in Kalabrien einen Esel schlachten, um die Ledersitze neu zu beziehen.
Das war aber auch der einzige Spass in zwei Wochen Stressferien. Nach zwei Tagen band ich am Strand alle mit einem Seil zusammen, damit sie nicht ins Meer sprangen. Trotzdem verbrachte ich weitere Tage damit, plötzlich fehlende Zöglinge zu suchen. Sebastian stellte den einheimischen Mädchen nach und Louis versteckte sich zwei Tage lang grundlos und spurlos. Ich fand ihn dann kurz vor der Heimreise zufällig in der Gelateria, wo er gemütlich in der Eisablage gelegen hatte. Er war ja schon als Baby ein Phlegma. Seither gehe ich allein in die Sommerferien beziehungsweise nur mit dem unproblematischen Babybub am Rücken. Sorry, Walter.
Grande Finale
Ich freue mich riesig auf die Ferien, da ich sonst viel zu wenig Zeit für meine Hobbys habe. A propos: Ich wurde ja eben noch für eine DJ-Tour nach Malaysia eingeladen. Aus heiterem Himmel! Da gebe ich natürlich gern nochmal zwei Ferienwochen drauf und riskiere sogar, später als meine eintrudelnden Zöglinge zu Hause zu sein. Wenn man weit weggeht, kann man immer Flugstreiks geltend machen und ein paar Tage Verantwortungslosigkeit rausschinden. Was bleibt den Müttern anderes übrig, als das Kind eine zusätzliche Woche zu betreuen? Es ist ja schliesslich auch ihres.

Paulo Zedmic (42) hat auch ein Diplom als Ferientechniker. Seinen schönsten Urlaub verbrachte er auf Madagaskar, wo er sich als Portier im königlichen Harem verdingte.

Samstag, 20. Oktober 2018

Denken in Echoschnecken

Der Steinkopf in der Mitte war durchaus mal sehr lebendig: Trotzdem ist er nur noch ein trotziger Schatten seiner selbst.
Die Kinder stritten darum, ob der abgebildete Pirat aus Hamburg nett oder böse gewesen sei. Zudem waren sie sich uneinig, ob man denn sagen könne, dass der Pirat gelebt habe, in echt, oder ob man das angesichts der Statue, die ja nur ein Kunstwerk sei, auf keinen Fall behaupten könnte. Es artete aus.