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Freitag, 4. Juni 2021

Looting the target

Am Morgen war es mässig nass, die Lichter, frisch geladen, blinkten, die Flaschen gut gefüllt. Finde den Klimastreikkleber!
Das war geil, irgendwie, diese Action des Platzregens, des Gewitters. Aber auch die warmen Frauenkleider danach waren nicht ohne. Bis auf die Unterhosen, die traute Oswald sich nicht, anzuziehen. Und die nassen Kleider nahm er wieder mit - auf Befehl, natürlich. Das Kind hatte am nächsten Tag keine Schule, also assen sie den ganzen Morgen gemütlich Frühstück und guckten Kinowetterfilme. Dann tätigten sie ein paar olle Spassanrufe, Versicherungen, Banken und so.

Sonntag, 5. Juli 2020

Phobiker in der Waschküche

Die Traurikgeit war im Grunde schon überwunden. Doch ab und zu, wenn die Sonne schien, schlug sie blitzartig ein.
Oswald war um halb Eins, nach etwa zwei Stunden Schlaf, erwacht und hatte gesehen, dass bei der Nachbarin noch Licht war in der Küche. Am Morgen ging er darum früh in die Wachküche, um ihr im Kellerabteil mit einem Teleskopstab den Pneu ihres Fahrrads aufzustechen. Natürlich nur in der Fantasie. Oswald würde so etwas nie in echt tun. Aber er fragte sich, wer ihr nun Gesellschaft leistete, das schon.

Sonntag, 1. März 2020

Diax-Aktien kaufen für 72 Franken 50

Gestern war ja in Luzern wieder mal Urknall. Einige bezeichnen die Luzerner Fasnacht als eine Vorveranstaltung der Basler Fasnacht. Dort geht das Publikum in Zivil, lauscht den Schnitzelbänken und Firmen führen Kundenanlässe durch, mit Alkohol und Geselligkeit. In Luzern dagegen mag ich die Anarchie, das Chaos, der Streit, der möglich ist. Wo kann man sonst aus nichtigem Anlass einen Fight vom Zaun reissen? Eben. Aber es ist nicht mehr wie früher. Auch an der Fasnacht schaut die Polizei nach dem Rechten und versucht, den Urknall mittels Verkehrsregulierung in bürgerliche Bahnen zu lenken. Man sollte als Harry Potter aus dem Toggenburg gehen, zwölf Jahre nach Salt Lake City. Oder als blaues Wunder. Der Aktientipp des Tages aber ist nicht das zweite Brexit-Referendum, das ist wohl unterdessen vorbei und kann abgeschrieben werden. Nein, es ist die Sunrise-Aktie, die genau vor einem Jahr bei 72 Franken stand. Wieviel ist sie heute?

Montag, 21. Mai 2018

Knebeln im Pflotsch

Die Illustration ist schon korrekt. Sie stammt aus dem Buch «Kinderspiele in der Schweiz». Nur die Legende ist falsch.
Pfingsten regnet es oft, auch wenn der Golfstrom zweimal klingelt. Die Kinder aber sind im Pfila und die Eltern fragen sich natürlich schon, was sie dort die ganze Zeit über tun. Aber dass sie darauf keine Antwort kriegen, ist auch Teil der Geschichte. Es wird ja wohl nicht so anders sein als damals.

Sonntag, 1. April 2018

sönd wöllkomm

Dieses Foto hätte nie gemacht werden dürfen. Und es ist natürlich gestellt, wie man auf den ersten Blick sieht.
Das Appenzellerland ist komisch. Leider aber auch weltberühmt. Und weil die Appenzeller am Liebsten unter sich sind, haben sie sich subversive Abwehrstrategien ausgedacht. Die Nacktwanderer zum Beispiel. Ist jemand schon einem begegnet? Persönlich, meine ich? Eben. Es ist nur eine PR-Kampagne in den Medien, Nacktwanderer finden nur im Fernsehen statt. Sie wurden erfunden, um die elenden Touristen vom Besuch des Alpsteins abzubringen. Weil es dort schon Volk genug hat.

Mittwoch, 22. März 2017

Weltwassertag

Diese beiden hübschen Models tun nur so, als ob sie rudern würden. Aber schön ist es trotzdem.
Es gibt sie noch, die guten alten Dinge. Und manche werden auch neu gemacht. Seit nun mehr genau 28 Jahren bin ich begeisterter Leser des Manufactum-Katalogs. Ab und zu habe ich auch etwas bestellt, aber eigentlich bin ich nach der Lektüre der Texte in diesem Heft von schönen Dingen jeweils völlig zufrieden. Natürlich legt man das eine oder andere Eselohr an, um es auf die Wunschliste zu tun. Zum Beispiel diese Rudermaschine da, für den Balkon, nur mit Wasser getrieben, von der träume ich nun auch schon ein kleines Jahrzehnt. Aber ich muss die nicht haben. Ich habe genug ungebrauchte Fitnessgeräte gesehen, auf den Müllhalden, in Abstellkammern und an den Strassenrändern dieser Welt. Es genügt mir, zu wissen, dass es sie noch gäbe, die guten alten Dinge. Und zum Geburtstag aber wünsche ich mir dann doch wie jeder Jahr nur ein Glas Wasser. Und Rudern gehen wir dann Morgen wieder.