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Dienstag, 22. Juni 2021

Sonnenwende im Schpänzli

Gian im Golfoffice: Sein Bruder tat es nicht, es war ein Sport für Ashmatiker, als er sein Austauschjahr in Amerika machte.
«Jetzt reichts dann langsam!», sprach die Architektin. Sie kanzelte in der Pressekonferenz die Fotografin der Lokalzeitung ab, weil sie sich durch das Blitzgewitter gestört fühlte. Ihre Worte verfehlten ihre Wirkung nicht und die Fotografin stellte ihr Schaffen ein. Dass das Projekt im Schlosspark nie realisiert wurde, ist eine andere Geschichte.

Sonntag, 5. Juli 2020

Phobiker in der Waschküche

Die Traurikgeit war im Grunde schon überwunden. Doch ab und zu, wenn die Sonne schien, schlug sie blitzartig ein.
Oswald war um halb Eins, nach etwa zwei Stunden Schlaf, erwacht und hatte gesehen, dass bei der Nachbarin noch Licht war in der Küche. Am Morgen ging er darum früh in die Wachküche, um ihr im Kellerabteil mit einem Teleskopstab den Pneu ihres Fahrrads aufzustechen. Natürlich nur in der Fantasie. Oswald würde so etwas nie in echt tun. Aber er fragte sich, wer ihr nun Gesellschaft leistete, das schon.

Montag, 15. Juni 2020

Der Zug war sein Daheim

Er plante, am heutigen Muttertag sich eine Frau aus dem Kopf zu schlagen, die er nicht vergessen konnte. Also ging er.
Peter Bichsel pflegte im Zug zu schreiben, das weiss man. Aber er schreibt ja nicht mehr, sondern er kauft ein, kocht für sich allein und isst alles auf, ebenfalls allein. Eine lebensbejahende Tätigkeit!

Dienstag, 12. Mai 2020

Der König und sein Narr

Pierre tat nur so, wie wenn er der Inhaber der Bücherei wäre. Jeden Tag tat er dies. In Wahrheit war er Rentner, arbeitslos.
Heute vor 356 Jahren war ein gewisser Molière ein bisschen angespannt. Denn die Premiere seines Stücks "Tartuffe" stand an. Eine Komödie, die die Kirche kritisierte. Promt ging alles schief, der Skandal fand seinen Lauf und das Theater wurde wie erwünscht postwendend verboten. Der Autor hatte das Glück, dass der König nicht ganz so streng religiös war und ihn schützte, der Meinungsfreiheit wegen. So kann man sich das jedenfalls heute zusammenreimen. 

Montag, 11. Februar 2019

Schwartenmagen zum Zmorge

Wenn man am Montag für eine Woche den Beruf wechseln könnten, dann würde Johann Tapetenmaler werden wollen.
Wim studiert lange, als er von seiner Mutter nach dem Lieblingsberuf gefragt wird. Das sei eine schwierige Frage, sagt der 6-jährige, das könne er doch noch nicht wissen. Dann sagt er: "Sänger?" Und weil sich das gut anfühlt, entscheidet er sich: Er möchte später einmal in einer Band arbeiten.

Donnerstag, 13. September 2018

Das zweite Programm steht an

Mit den Überschwemmungen in Indien hat das nichts zu tun: Aber Zynismus hilft einer beim Fischen auch nicht weiter.
Des einen Glück ist des anderen Pech: Mit dem über sich Hinauswachsen ist es aber so, dass es auch gewisse Risiken mit sich bringt, notabene den absoluten Kollaps. Wäre das im Interesse der Liebsten?

Samstag, 14. April 2018

Hustenkaskaden in Inselgärten

Die Berge sehen vielleicht schon schön aus, so im Hintergrund. Aber auch nur ohne Ton.
"Jetz red ech emou", sagte unlängst die Jüngste. Sie sagte es jüngst, obwohl sie es nicht zu sagen brauchte. Denn in Tat und Wahrheit ist sie es, die kleinste, die immerfort plappert wie ein Buch. Herzlichen Glüchwunsch zum 3. Geburtstag! Wer hat daran gedacht, einen Kuchen zu backen?