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Donnerstag, 25. Juni 2020

Ötzi ist in Botsen

Basel ist halt auch punkto öffentliche Werbung und Volkserziehung eine Liga für sich, auch wenn derzeit St. Gallen führt.
«Was ist das?», fragte der Bub von Dr. med Max Riese. Aber Dr. Riese war absorbiert, er las gerade in der Bar die BaZ. Da stand, dass Ischgl ein Hotspot der Virusverbreitung war. Ein Kellner steckte 500 Menschen an. Das ist ja unglaublich, sagte der Skilehrer nebenan. Es war Roger Federer, aber Max Riese merkte es nicht.

Freitag, 19. April 2019

Die Schlaumacher vom Veloständer

Ich habe ja angefangen, mein chinesisches Handy so zu tunen, dass es mir nicht mehr jeden Mist anzeigt. Gestern aber war das Stimmgerät für die Gitarre von Wim im Kinderzimmer verschollen, es war unauffindbar. Also musste wohl oder übel im Google Play Store eine App heruntergeladen. Man kriegt auch kostenfrei ganz hübsch designte Tuner dort, aber keine werbefreien natürlich. Die laufen sogar ohne Batterien und tun ihren Dienst genauso wie ein echtes Stimmgerät. Ohne Tuner könnte man sicher auch eine Kindergitarre stimmen, aber dafür müsste man mehr Übung haben und das Ohr dafür. Die Schlaumacher aber sind keine Band, sondern bloss ein Werbeschild an einem Velo, immerhin spielen sie auch im echten Leben.

Samstag, 23. März 2019

Darf meine Tochter ans Boygroup-Konzert?

Coole Outfits: Das ist offensichtlich keine Boygroup, schon gar nicht jene mit dem ollen Namen «one direction».
«Meine Tochter Alice ist 13. Ihre Freundinnen gehen ans «One Direction»-Konzert. Mein Mann hat für Alice sogar ein Ticket gekauft. Mir behagt das gar nicht. Hilfe!» Bea R. aus F.

Paulo Zedmic: Hiermit verbiete ich deiner Tochter, dem Anlass beizuwohnen. Diese Musik ist wirklich Kacke. Und da hat man als Mutter und Vater eine ästhetische Verantwortung. Wenn dir die Autorität fehlt, diese durchzusetzen, leihe ich dir gerne meine. Es müsste mehr mutige Mütter wie dich geben und es wäre um die Jugend viel besser bestellt. Viel zu oft wird dem Teenie-Hormontrubel einfach nachgegeben, ohne jeden Anspruch und ohne Niveau.
Meine kleine DiktaturBei mir zu Hause gilt eine eiserne Regel: Du sollst kein anderes Vorbild haben als mich, deinen Vater. Darum hängen in der Wohnung auch überall Poster von mir. Im Gang steht sogar eine Bronzeskulptur mit meinem Ebenbild, damit die Autorität auch wirkt, wenn ich mal beim Tanz oder bei der Arbeit bin. Daneben dulde ich höchstens noch ein Foto der Mutter auf dem Nachttisch, mehr nicht. Kein Starschnitt und kein Internet.
Meine Kinder haben nur Zugang auf das Intranet meiner Arbeitgeber, Nebelspalter.ch und Europoker. Dort spielen sie aber nur mit dem eigenen Sackgeld. Meine Tochter Linda (19) hat mir meine starke Hand in ihren Teeniejahren gedankt, indem sie, als ihre Freundinnen alle mit Tokio-Hotel-Frisuren herumliefen, auf meinen Hallenbadhaarschnitt setzte. In der Handarbeit bastelte sie sogar liebevoll einen grünen Blaumann, wie ich ihn so gern an meinen Kindertagen trage. Ich war zu Tränen gerührt.
Ambitionen für Allüren
Linda hat sich nie um die Moden der Massen geschert und das macht mich noch heute stolz. Sie ist ja nicht unmusikalisch und singt in einer Punkband. Das heisst, ich sage dem Punk, sie würde es bestreiten. Und eigentlich flüstert sie ja nur, das ist ihr Stil.
Leise Rebellion, sagt sie. Die ‹Stage identity› ihrer Gruppe ist herausragend. So was sieht man nirgends sonst – und schon gar nicht am Fernsehen. Ich mache jeweils für die Streicher der Band ein Rasenkostüm. Linda trägt als Frontfrau einen überdimensionalen Hahnenkopf und ansonsten Pech und weisse Federn. Sie hat das Rohmaterial für das Kostüm eigenhändig aus einer benachbarten Geflügelfarm geholt.
Eurovision
Ich bin auch sehr stolz, dass aus keinem meiner Sprosse bisher ein Star geworden ist. Heutzutage, wo auf allen Kanälen Sternchen am Laufmeter produziert werden, ist das ja eine Leistung. Gut, Louis (10) und Achim (13) verlassen aus logistischen Gründen ja kaum das Haus und sind nicht besonders gut im Artikulieren. Wenn einer von denen per Zufall in der Schule entdeckt würde, wäre mir wohl nicht zu schade, mitzufänen. Ausser es wäre eine Sektenband, da weiss jedes Kind von mir, dass ich den Kontakt komplett abbrechen würde. Man kann nur eine Familie haben, nicht? Sonst singt bei uns nur der Älteste, Sebastian (27). Er geht nur wegen den Fangesängen an die Fussballspiele und nimmt dafür auch mal eine Prügelei oder eine Verhaftung in Kauf. Das gehört halt dazu.
Wo sonst können junge Männer noch ungeniert singen? Zu Hause habe ich ihm das Singen auch verboten, weil er immer meint, er müsse dazu gleich randalieren.
Beim Gedanken daran werde ich ganz unsicher und ändere meine Meinung. Also falls Ihre Tochter Alice die Kleider für das Konzert selber näht, soll sie doch gehen. Das wäre ein vernünftiges Kriterium, eine kreative Eintrittsschwelle sozusagen, die jeder 13-Jährigen gut anstünde. Deal?

Paulo Zedmic (42) ist alleinerziehend mit 6 Kindern und liebt bulgarische Zigeunermusik.
Seit einigen Jahren ist seine Wohnung ein Ort der Stille ohne Lautsprecher.

Sonntag, 2. Dezember 2018

Am Waisenhausplatz winkt die zweite Chance

King Pepe ist an forderster Front: Weit über Bern hinaus eine Grösse. Im Hintergrund wird er vom "The Chor" unterstützt.
Gestern habe ich an dieser Stelle die Familien auf das Nachmittagskonzert im Progr hingewiesen. Wer sich kurzfristig noch dazu entschliessen möchte, für den ist es je nach Standort noch nicht zu spät. Wer das aber liest und etwas weiter weg von Bern wohnt, der kriegt eine zweite Chance: Am Abend machen wir das ganze nocheinmal. Türöffnung ist um 19:30 Uhr in der Turnhalle. See you!

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Der Sommer ist schon fast vorbei

Die Seeschlange im Vierwaldstättersee ist leider verhungert, weil sie als Dynosaurier unter den Vögeln viel zu langsam war.
Die Hierarchie der Futterkette kennt keine Gnade. Hätte, hätte, hätte das andere Ende der Futterkette vor dem lätzen gestanden, so würde die Seeschlange nicht augestorben werden worden sein.

Sonntag, 25. Februar 2018

Alternative Musik zum Sound der Gruppe «the lucky lusers»

Der Postkartenfranz hätte an dieser Postkarte aus Mozambique viel Freude gehabe. Aber das steht nicht zur Debatte.
Die Digitalisierung ist ja so ein hässliches Schlagwort, das aber auch seine guten Seiten hat. So wurde aus dem total korrekt gemeinten Bubenbandnamen auf Boldomatic unverhofft "the lucky luders".

Dienstag, 19. September 2017

Dumm gelaufen

Die Frisur erinnert an einen englischen Fussballer. Aber das Gesicht eher an einen Metzgerbuben aus Manchester.
Manche junge Leute haben relativ gute Ideen, die sie dann vielleicht gar nicht so schlecht umsetzen. Aber eine Paywall macht allzuoft die Gutgemeintesten Genüsse wieder zunichte. Weil es kostet.

Samstag, 4. März 2017

Wir sind die Roboter

Hier spielt die Musik: Der Rec Rec Laden von Veit Stauffer läuft, und läuft und läuft. Live.
«Wir sind die Roboter» sang die deutsche Band Kraftwerk 1978 zum ersten Mal. Damals wurden Lieder noch auf Vinyl gepresst. Bald gab es eine CD davon, und 2013 gab es ein Revival, mit Welttour und Video, das man bis heute jederzeit auf Youtube angucken kann. Man könnte es auch nachspielen, wenn man Musiker wäre, aber das käme wohl dann doch nicht so gut heraus wie das Original. Andererseits, wo wir im Zeitalter der Automaten angekommen sind, könnte man es probieren. Schliesslich ist der programmatische Titel bald Realität. Wie sagte schon Kennedy, zukunftsweisend: «Don't ask what your bot can do for you. Ask what you can do for your bot.» Wer aber noch nie an einer Stubete bei Veit Stauffer in Zürich war, der sollte dort wieder mal persönlich vorbei gehen. Man kann natürlich auch Musik im Internet bestellen, aber das ist nicht das gleiche.