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Montag, 29. Oktober 2018

Sandplatten

«s' Zämpe Schürli» ist eine freie Assoziation: Vungtau und der Tanker am Horizont haben da nun wirklich nichts verloren.
Weidmann und sein Sohn läuteten an einem Mittwochnachmittag. Die Mutter rief dem Buben, der ahnungslos einen Mittagsschlaf machte. «Was hast du angestellt?!». Es stellte sich heraus, dass sich Weidmann Junior gemobbt fühlte. Nun, er war es wohl auch. Wo sie schon da waren, setzten sich alle an den Tisch, es gab Kaffee und für den ungebetenen Besuch auch einen Schnaps. Danach taute der Sohn auf. Weidmann Senior war froh, dass das Gesagte gesagt war. Sonst fliesse noch Blut, meinte er. Und mit frischem Elan wanderten sie weiter zum zweiten Übeltäter, der am Rande des Orts, in einem erhöhten Seitental wohnte. Dort wurden sie allerdings weniger gastfreundlich empfangen. Da war erstens der Hund, der den Hof beschützte und nicht angeleint bellte. Dann aber gab es Kommunikationsprobleme, Verständnisschwierigkeiten. Denn Weidmann konnte dem aufgescheuchten Hausherrn, vielleicht auch wegen dem Hundegebell, nicht verständlich erklären, was er denn hier wolle. Nachgefragt wurde nicht. So zogen Weidmann und sein Sohn halt wieder ab. 

Sonntag, 5. März 2017

Opfer am Sonntag

Das ist ein Screenshot vom Tatort: Und in TV-Fragen hilft oft nur eines: Abschalten und wegrennen.
Ich fange ungern schon wieder bei meinen Wurzeln an, aber es sind halt mal die Wurzeln aller meiner Übel. Doch wir wollen auch bei diesem Post cool und programmatisch bleiben, und den Gaul, der das Messer am Schwanz hat, comme il faut, von hinten aufzäumen. Mein Vater also entschied eines Sonntags in den frühen 1990-er-Jahren die Sonntagszeitung abzustellen, weil die Lektüre das Familienleben störte. Zeitungen am Sonntag waren damals der letzte Schrei, vielleicht vergleichbar mit Snapchat heute, nur das das Zielpublikum Erwachsene waren. Das Schweizer Sonntagsblatt übrigends floppte, trotz leidlichen Inhalten. Aber es machte Fehler in der Distribution: Statt massiven Kästen wurde es vor Beizen in offenen Plastiksäcken angeboten. Die Leute konnten sich ein Blatt schnappen, ohne zu zahlen, wenn sie am helllichten Sonntag die Nerven dazu hatten. Die Massnahme meines Vaters übrigens wurde durchgesetzt und fruchtete, und als Sohn merkte ich mir: Vaters Ratschläge kann man brauchen. Wir leben heute in kindischen Zeiten, wo sehr viele Menschen am Sonntagabend gemütlich den Tatort gucken. Das tue ich natürlich auch gern. Besser wäre es allerdings, Opfer zu bringen. Weil es gibt wirklich Gescheiteres zu tun, als Medien zu konsumieren.