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Donnerstag, 8. November 2018

Die Kurzfilmtage kommen zu kurz

Was war das schon wieder mit dieser Telefonnummer?! Ich glaub, man konnte da anrufen und irgendeine Story erzählen.
Das Podium des Reporterforums zum eher trockenen Thema der Medienförderung hat mich heute auf Twitter an diesen grandiosen Text von Constantin Seibt erinnert, indem sich der Autor des Standardwerks Deadline über die Last der Verantwortung des weltfremden Oberbankiers Ospel mockierte. Bestimmt könnte man das nun googeln, aber der Witz war, dass Herr Ospel selbst splitternackt unter der Dusche unter der Last seiner ungerechtfertigt bezogenen Millionensaläre ächzte. Vielleicht tut er das ja immer noch, zehn Jahre nach der Rettung seiner Bank durch die Eidgenossenschaft. Constantin Film hat aber nichts mit Seibt zu tun, sie sind weder verschwägert noch verbrüdert.

Freitag, 18. Mai 2018

Die verlorenen Produkte der Nansuse

Finde den Fisch, der nicht zum Verkauf steht, sondern von einem faulen Kunden einfach aufs Regal gelegt wurde.
Das Medium Twitter wird leider oft überschätzt und mit zu ehrgeizigen Zielen befrachtet. Man meint, es könne Revolutionen auslösen oder Superstars stürzen. Seit der amerikanische Präsident das Medium täglich aufs übelste missbraucht - man kann ihn zwar blockerien - ist es nicht besser geworden. Es könnte einem also verleiden, das Zwitschern, wenn es nicht Leute wie @Nanuse gäbe. Sie veröffentlicht regelmässig sehr poetische Bilder von verlorenen, einsamen Produkte aus Supermärkten. Das ist grosse Kunst, die unter dem Gartenhat #lonelyproducts läuft.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Zuckerguss mit Sahne

Wenn Constanze Behrens die Welt zurück drehen könnte, würde sie vielleicht auch etwas anderes auf die Torte schreiben.
St. Imier ist für Pferde und Uhren bekannt, aber es gibt dort auch ein paar irre Typen, die den Faircoin erfunden haben. Das ist hochwertige Spekulation für Arme, mit Computer, kurz: Soft, aber dafür fair.

Samstag, 10. März 2018

Tanz dich frei

Nein, das ist nicht ein prämiertes Siegerfot. Nur ein verwackelter Schnappschuss, eher emotional, stimmungsmässig.
Zum Zeitpunkt der Redaktion dieses Beitrages steht das Datum des Danceawards 2018 noch nicht fest. Er dürfte aber heute oder in einer Woche über die Bühne gehen. Wir wollen mal zweiteres hoffen, weil sonst die Leserschaft wieder ein Jahr warten müsste, um den Event zu besuchen. Weil das Internet gibt die Stimmung nur sehr beschränkt wieder. Da muss man einfach dabei sein.

Dienstag, 13. Februar 2018

Die «Uslumpete» geniessen

Wenn ein Sturm aufzieht, spaziert Obelix etwas schneller gegen den Bahnhof zu. Aber das interessiert kein Schwein.
Die Luzerner Fasnacht ist ja alle Jahre wieder. Die Stadt steht dann genau drei Tage und drei Nächte lang Kopf. Seit etwa 444 Jahren, wer zählt schon die Jahre. Man muss nicht immer dabei sein, aber wenn man wieder mal geht, darf man mitmachen. Ja, gern, die Fasnacht in «Lozärn» zeichnet sich unter anderem durch ihre Niederschwelligkeit aus. Und durch das Integrieren: Alle stürzen sich fröhlich ins Chaos. Jeder kann für eine kurze Phase der kontrollierten Katharsis das sein, wovon er den Rest des Jahres nur träumt. Kuh, Schwein oder Obelix? Egal! Alles ist erlaubt, das Kindische herrscht: Anarchopunk, Straussenfamilie, Rakete oder Astronautin, Pokémon-Monster, Präsidentin oder Postbeamtin, ach, seht doch selbst, aber nicht vergessen: Verkleiden! Unbedingt. 

Freitag, 10. November 2017

Guten Morgen Zentralschweiz

Prima Pressebild: Dieses Foto wurde von einem Amateur auf der Onlineplattform Flickr zur Verfügung gestellt.
Es gibt ja immer wieder Leute, die reklamieren, man erfahre alles Wichtige erst im Nachhinein. Jenen frühen Vögeln, die in Zugdistanz von Martini Town leben, sei allerdings nun rechtzeitig zugeflüstert, jetzt sofort die Website der städtischen Behören von Sursee aufzurufen und ihr Telefon bereit zu halten. Denn in wenigen Stunden läuft dort eine gehörige Deadline ab. {"Tierschützer s'abstenir"}

Sonntag, 5. März 2017

Opfer am Sonntag

Das ist ein Screenshot vom Tatort: Und in TV-Fragen hilft oft nur eines: Abschalten und wegrennen.
Ich fange ungern schon wieder bei meinen Wurzeln an, aber es sind halt mal die Wurzeln aller meiner Übel. Doch wir wollen auch bei diesem Post cool und programmatisch bleiben, und den Gaul, der das Messer am Schwanz hat, comme il faut, von hinten aufzäumen. Mein Vater also entschied eines Sonntags in den frühen 1990-er-Jahren die Sonntagszeitung abzustellen, weil die Lektüre das Familienleben störte. Zeitungen am Sonntag waren damals der letzte Schrei, vielleicht vergleichbar mit Snapchat heute, nur das das Zielpublikum Erwachsene waren. Das Schweizer Sonntagsblatt übrigends floppte, trotz leidlichen Inhalten. Aber es machte Fehler in der Distribution: Statt massiven Kästen wurde es vor Beizen in offenen Plastiksäcken angeboten. Die Leute konnten sich ein Blatt schnappen, ohne zu zahlen, wenn sie am helllichten Sonntag die Nerven dazu hatten. Die Massnahme meines Vaters übrigens wurde durchgesetzt und fruchtete, und als Sohn merkte ich mir: Vaters Ratschläge kann man brauchen. Wir leben heute in kindischen Zeiten, wo sehr viele Menschen am Sonntagabend gemütlich den Tatort gucken. Das tue ich natürlich auch gern. Besser wäre es allerdings, Opfer zu bringen. Weil es gibt wirklich Gescheiteres zu tun, als Medien zu konsumieren.