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Dienstag, 7. Juli 2020

Donnerstag, 2. Juli 2020

Gute Ideen für die nächste Woche

Bernd Ulrich bei  SH Dalai Lama
Einer dieser beiden Männer muss der Dalai Lahma sein: Ob er aber je als Gast ans Sechseläuten eingeladen worden war?
Peter hörte das Lied Belfast von Boney M., bastelte mit den Kindern einen Böög und gedachte seinem Seelenfrieden. Als er dann den kleinen Manna aus Pappe anzündete und die Kinder mit ihren Steckenpferdchen als Zunft darum herum galoppierten, wurde ihm warm ums Herz. Dann rauchte er zur Belohnung genüsslich ein Pfeifchen mit Haschisch. Das Altpapier hatte sich von selbst erledigt. Es war ihm gerade recht.






Donnerstag, 4. Oktober 2018

Finden Sie das lustig?

«Die zwölfte ist oft die frechste», erinnerte sich Hebamme Marianne in ihren persönlichen Memoiren. Das war halblustig.
Unsere drei Buben (12, 10 und 8) haben einen eigenartigen Humor entwickelt. Wir haben das Gefühl, dass sie uns dauernd auslachen. Was machen wir falsch? Sepp & Ida G. aus W.

Paolo Zedmic*: Ui, da seid ihr aber arm dran. Trotzdem muss ich schmunzeln, während ich diese Antwort schreibe. Schadenfreude ist halt immer ein sicherer Wert. Vielen, vielen Dank für diese aufmunternde Zuschrift!
Man arbeitet ja so selten mit einem Lachen auf den Lippen. Als Abwart beim ‹Nebelspalter› bin ich besonders allergisch auf «Practical Jokes». Da verstehe ich überhaupt keinen Spass. Jeden Montagmorgen lese ich vom Vorplatz des Medienpalasts die Dinge zusammen, welche die Nachtbuben am Wochenende verschleppt haben. Und wenn mir jemand Unrat gezielt ins Hallenbad schmeisst, dabei betreiben wir ja definitiv gar keine Abfallgrube, dann frage ich mich ernsthaft: Wer findet das lustig?
Gratiswitze im Kopf
Kindsköpfe wahrscheinlich. Kinder haben ja so einen zerstörerischen Humor, richtig gemeingefährlich, fast schon britisch. Oder ist das nur in meiner Familie so? Meine kleine Feliz Saionara (4) zerstört auch schon gezielt ihre Spielsachen, wirft Essen an die Wand (bissweise) und haut mit der Schere Galgenzinken in alle Möbel (zu Hause, bei der Arbeit und beim Besuch). Und dann lacht sie wie ein Nilpferd! Ich weiss also, wie das ist. Zur Genüge! Ich weiss auch, dass meine Linda (19) nachts gern in fremde Gärten steigt. Offiziell weiss ich nichts davon, denn das dürfte ich ja gar nicht tolerieren.
Aber es ist mir zu Ohren gekommen, dass sie Witze an Wände sprayt. Zum Beispiel «Eintritt frei» oder «Kommt alle, es ist gratis!». Sie findet das zum Lachen. Ich verstehe ihren Humor leider nicht.
Schlüssel verlegt
Man muss die Jugend aber manchmal einfach machen lassen. Wer hat nicht gern Dinge kaputt gemacht, als er klein war? Der werfe den ersten Stein in die Glasfront der Turnhalle. Ist es das Problem der Jugend, dass die Glaselemente an modernen Schulgebäuden immer immenser werden? Natürlich reizt das den übermütigen Ehrgeiz der Jugend, so eine Riesenpanzerscheibe zu Bruch zu bringen.
Bestimmt haben auch eure Kinder einen Schlüssel zu ihrem Humor versteckt, irgendwo. Vielleicht solltet ihr mehr zusammen lachen? Gemeinsamkeit verbindet, gerade im Humorbereich. Lasst euch anstecken, lacht einfach mit, ungefragt! Oder versuchts gezielt mit Lach-Yoga.
Auch wenn es anfänglich gewöhnungsbedürftig ist: Da muss man nichts zu lachen haben, das ist sehr niederschwellig, geht mit Jung und Alt, ganz ohne Witze. Einfach laut «hahahahaha» machen. Wenn ihr nicht wisst, wie das geht, gibts ein Video auf Youtube zum Nachlachen.
Die endgültige Pointe
Seid froh, dass eure Kinder überhaupt noch einen Humor haben. Die habens ja nicht leicht auf dieser feindlichen Welt, der Druck überall, die Zerstörung, null Freiraum und nur zweidimensionale Perspektiven. Da darf man sie ruhig einfach lachen lassen. Die neue Witzigkeit steht der Jugend gut an. Eventuell sind eure Kinder sogar die Vorhut des Megatrends der nächsten Generation, nach der eher ernsten Generation Y. Die Generation Z ist schon auf der Welt. Und sie wird die Pointe sein!
Übrigens, wir habens ja gar nicht gemerkt, aber ich bin völlig überraschend vergangene Woche noch einmal schwanger geworden. Ist das lustig? Vielleicht. Aber ein Witz ist es nicht, garantiert. Gut, mein Honorar ist erschrieben, die Erklärung folgt das nächste Mal.

* Paolo Zedmic (43) tritt ab und zu auch als Conférencier bei Privatanlässen seiner Facebookfreunde auf. Wenn es um die Honorarverhandlung für solche Auftritte geht, versteht er keinen Spass. Sie vermissen den Witz in dieser Rubrik? Schreiben Sie einen Kommentar!

Freitag, 15. Dezember 2017

Tschu tschu tschu

Alles was recht ist: Badezeit zu zweit ist zu dieser Jahreszeit nicht angesagt. Und wenn schon, dann bitte mit Farbe.
Es gibt ein Lied, dass wir mit dem Chor singen, das beginnt so: Tsch-tsch-gsch-tsch. Man kann es als Mann singen oder als Frau, und es geht sogar gemischt. Das hat für einmal nichts mit PC zu tun.

Freitag, 29. September 2017

133 Kinder im Slum versorgt

Möglicherweise sind diese Brüder in diesem Blog schon einmal vorgekommen. Aber das macht nichts, sie sind so nett.
Gestern habe ich von einem Fachmann ein lustige Geschichte gehört. Ein deutscher Rentner sei nach Argentinien ausgewandert und sei dort in einem Armenquartier heimisch geworden. Nach und nach kümmerte er sich um die Waiseninder, von denen er eins ums andere als sein eigenes anerkannte und amtlich beglaubigen liess. Das hatte so einen erfreulichen Einfluss auf seine Lebensfreude, dass der Rentner aus seiner unheimlich rüstigen Potenz ein Geschäftsmodell entwickelte. Als er starb, strich er eine Rente für 133 Nachkommen ein. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

Samstag, 15. Juli 2017

Muss ich meinen Sohn ins Ziel prügeln?


Klimakatastrophal: Schon im Jahre 2012 gab es Helikoptereltern mit Rabenklauen, besonders im Winter waren sie aktiv.
In den Skiferien widme ich mich ganz meinem Sohn Phil (5). Er ist mein ein und alles. Leider entsprechen seine Fortschritte im Schneesport nicht meinen Zielen. Haben Sie einen Tipp?
Alf H. aus B.


Sogar vier. Lass mich dir aus Erfahrung plaudern. Mein ältester Sebastian war ein Naturtalent. Ein geborener Skirennfahrer! Er hatte nicht nur 21 Jahre Vorsprung auf deinen Phil (wegen der früheren Geburt 1986). Aber Seb war auch schneller unterwegs im Schnee, in jedem Sinn. Nur eines hattte Sebastian leider nicht drauf: das Bremsen. Aber das soll ein Rennfahrer ja auch nicht. Deshalb war meine Freude gross. Und es wärmt mein Herz heute, wenn ich daran denke, dass es eine Zeit gab, in der ich mir noch Skiferien leisten konnte. Und wo ich eine normale Familie hatte. Drei Köpfe, ganz ohne Kleister, oder wie sagt man?
Direkte Wege
Jedenfalls stand ich an der Seitenlinie hinter der Abschrankung und schaute, wie mein Super-Seb die Buckel runtersauste, ohne Rücksicht auf Hindernisse und Stürze. Was will ich dir damit sagen? Ich hatte kein Ziel, und mein Sohn zeigte mir trotzdem den Weg: Direkt den Berg hinunter. Mein erster Tipp für dich: Steck deine Ziele tiefer, dann sind die Chancen grösser, dass dich dein Nachwuchs überrascht. Dass Sebastian dann später im Leben neben der Piste manche Kurve nicht gekriegt hat, ist ein anderes Thema. Aber zurück in den Schnee.
Wetterfaktor
Zum Glück habe ich Beispiele mehr als genug im Haus. Ich will ein weiteres brauchen: Linda etwa, sie war im Skifahren eine Nuss. Dabei ist sie sonst in allem sehr hoch begabt.
Aber sie ist vom Naturell her eher auf der düsteren Seite. Sie mochte das Grelle nicht, der Schnee war ihr schlicht zu hell. Deshalb war unsere Familienferienstimmung in jener Zeit, als sie das Skifahren umkurvte, nicht mehr immer eitel Freude. Mein Tipp Nummero zwo: Das Wetter muss stimmen. Kannst du das beeinflussen? Nein! Also. Aber ich warte, bis die Sonne scheint, um den Rasen zu mähen. Und ich sperre ihn ab, wenn es regnet. Klar?
Einfädler und Verschneider
Vielleicht liegt es ja am Material. Wie viele Franken hast du schon in die Ausrüstung gesteckt? Egal! Matchentscheidend sind die Muskeln. Wenn dein Phil schlecht aussieht im Schnee, so ist er nur ein Spiegel von dir!
Er hat deine Gene, nicht? Deshalb ist er vielleicht nicht so gut, wie du ihn gern hättest. Vergiss die Illusion, dein Sohn sei aus besserem Holz geschnitzt als du. Schmink sie dir ab, Alf. (Das war mein dritter Tipp.)
Mach mal Pause
Bei meinem Mittleren, Achim, hatte ich schon resigniert. Obwohl er mit seinem Gewicht in der Abfahrt einen Vorteil hatte. Zudem liegt Achims Schwerpunkt natürlich tief, das ist auch beim Carving ein Wahnsinnsvorteil!
Aber als er ins Skischulalter kam, konnte ich mir keine Ferien mehr leisten.
Deshalb, hier kommt mein letzter Tipp, und er ist ganz gratis: Wenn du deinen Phil nur die ganze Ferienzeit beschattest und sonst das ganze Jahr nie siehst, kann er sich ja gar nicht aufs Skifahren konzentrieren. Das bringt ihn durcheinander!
Entweder du feilst das ganze Jahr über täglich an seiner Form. Oder du lässt ihn auch in den Ferien freeriden. Am besten du machst einfach mehr Ferien. Ich bin sicher: Das wird euch beiden noch viel Freude machen, bevor dein Phil Geschmack am Après-Ski findet und dir davonsaust. Auf Nimmerwiedersehen wieder.


Mittwoch, 12. Juli 2017

Wie trainiere ich mein Baby zum Star?




Wieder erreichte unseren Hausdienst-Mitarbeiter Paulo Zedmic eine knifflige Frage. Die Antwort ist lang, aber plausibel.
Wir sind ganz frischgebackene Eltern eines goldigen Jungen. Nun hätten wir gern, dass der Bub ein Star wird. Kann man sein Talent jetzt schon fördern?    Karl & Simona A. aus C.

Aber sicher. Ich frage Sie nur, was für ein Talent er hat. Hat er eins? Ich hoffe, dass Sie es nicht verpasst haben, den Buben während der Schwangerschaft arabisch zu beschallen. Das ist die Grundlage von allem. Wichtig dabei ist der Sound mit Akzent vom Golf. So geht die Sprache der Scheichs Ihrem Bub schon mit der Nabelschnur ins Blut. Schliesslich soll Ihr Wunderbub an der Eröffnung der Fussball-WM in Katar der ganzen Welt ein Ständchen bringen, oder? Richtige Entscheidung! Frühchinesisch im Babyalter ist so falsch wie Mozartbeschallung. Sie müssen vorwärtsdenken, nicht rückwärts oder jetzt.
Antizyklen antizipieren
Finden Sie also rasch heraus, wo die Olympiade 2036 stattfindet. Dodoma? Thimphu? Vaiaku? Überlassen Sie nichts dem Zufall und wetten Sie auf den Übertragungsort. Besser schon jetzt zu viele bestechen als zu wenige zu spät. Das Zauberwort heisst Funktionärsfrühförderung. Sponsern Sie den Sepp Blatter der Zukunft. Er wird es Ihnen und Ihrem Bub danken und Ihre Sitzbadewanne mit Banknoten füllen.
Es ist wie beim Schwimmen. Ich sage meinen Badegästen immer: Zuerst umziehen, dann ins Wasser, nicht umgekehrt. Ob Ihr Experiment glückt, hängt sowieso vom Willen ab. Alles ist mental! Also trainieren Sie den Bub in einer Psychosportart. Ruhig Tennis, warum nicht. Alle denken, es geht
100 Jahre bis zum nächsten Federer. Aber das ist Ihre Chance! Ich versteigere auf Ricardo übrigens gerade einen Tennisballroboter für im Kinderwagen drin. Selbst gebaut, ohne Garantie, greifen Sie zu! Also lassen Sie sich meinen Rat gut durch den Kopf gehen, wenn ich sage: Vielseitigkeit ist out. Spezialisierung ist wichtig! Ihr Baby schreit? Es beweist musikalisches Talent! Gehen Sie bei der Wahl des Musikstils Risiken ein. Sie müssen sich von allen anderen abheben. Verstanden? Machen Sie nichts gleich wie die anderen. Vor allem die bildungsnahen Schichten müssen Sie ausbremsen.
Also Tag und Nacht Lady Gaga abspielen. Immer einfach das neueste Hitzeug ins Kinderzimmer schieben. So wird nichts schiefgehen. Ich verspreche Ihnen eine Rente aus Diamanten des Glücks.
Käferpaste für die Karriere
Mein mittlerer Achim ist ein gutes Beispiel. Geboren 1999. Seine Mutter Inge war besonders sensibel und ambitioniert. Wir setzten damals schon während der Schwangerschaft auf eine Diät mit Millennium-Bugs.
Zudem bereiteten wir den Kleinen seit Geburt auf die virtuelle Zukunft vor. Möglichst keine dreidimensionalen Erfahrungen, dafür digitale Nahrung auf allen möglichen Bildschirmen. Heute hat Achim mehr Facebook-Freunde als die ganze Familie zusammen.
Und er twittert fleissig. Ein blanker Erfolg! Mich wurmt es kein bisschen, dass Achim dafür nie nichts sagt. Und ich trage ihn gern am Morgen in die Schule. Seine 78 Kilo sind kein Problem für mich. Bei der kleinen Feliz Saionara Jamina (3), meinem Herzkäferchen, bin ich ganz allein verantwortlich. Für alles. Ihre Mutter Aisha hat mir die Erziehungsgewalt übertragen.
Gott möge sie dafür strafen, indem er Feliz und mir einen Schrank voll Pokale und drei
Fässer Ruhm gönne. Feliz trainiere ich als Allrounderin. Das ist praktisch: Ich nehme sie einfach zur Arbeit mit. Im Putzwagen hat sie gut Platz. Feliz lernt alles automatisch und sie fällt nicht auf. In der Badi mischt sie sich selbstständig unter die anderen Kinder, dass ich meine Arbeit
tun kann. Ich werfe sie eben ins kalte Wasser des Lebens. So steht sie früh auf eigenen
Füssen. Und wenn ich abends noch auflege oder eine Runde pokern gehe, ist Feliz natürlich auch dabei. Sie kann schon bluffen und hat immer Kartenglück!

Paulo Zedmic (42) hat als Bademeister in sieben verschiedenen Gewässern gearbeitet (sowohl in süssen wie in salzigen).