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Sonntag, 31. März 2019
Die ungefilterte Beliebigkeit aus Beton
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Stoifberg
Standort:
Bireggstrasse 36, 6003 Luzern, Schweiz
Samstag, 30. März 2019
Das automatisierte Haus
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| Hermes Rocket geht ab wie eine Rakete, wenn man sie mit der richtigen Tastenkombination startet. Der Code ist geheim. |
Seit Neustem
deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch. Wenn alle fertig sind,
wandert alles wieder zurück in den Schrank. Zuvor wird das Geschirr noch
automatisch abgewaschen und der Boden poliert. Alles bereit für die nächste
Mahlzeit. Cool, unser automatisches Haus, oder? Soll noch jemand sagen, die
Gesellschaft mache keine Fortschritte. Und das machen natürlich auch die Kinder
– von alleine. Hilfe, wer hilft mir? Das wird erwartet. Ich bin in der
Minderheit.
Ressorts nach Lebenslust verteilen
Der Bub hat sich schon in seinen ersten drei Lebensjahren als
Haushaltshilfe hervorgetan. Er half schon beim Geschirrspüler einräumen, als er
noch nicht gehen konnte.
Wir
träumten ja vom Komfort. Und in der Ferienwohnung tue ich. Der Abwasch ist mein
Ressort, spülen gehört zu den erfüllendsten Tätigkeiten meines Elterndaseins
überhaupt.
Vater
werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Es hat eine Weile gedauert,
bis ich es gecheckt habe. Aber wie die meisten Sprichwörter ist halt auch
dieses leider sehr wahr. Das Abenteuer Elternsein hat mich schleichend
eingeholt, vom Überschuss an Lebenslust ist zwar noch ein kleiner Rest da, aber
es fehlt die Zeit, um sie einzulösen. Denn das eigene Glück steht nicht mehr im
Zentrum. Am meisten stresst mich, dass alles so effizient sein muss.
Rauchpausen müssen sein dürfen
Die Dekade des Bienenfleisses eingestellt ist noch nicht vorbei. Aber die Verantwortung nagt schon an den Nerven. Sie wird einfach mitgeliefert. Plötzlich ist man Vorbild, kann sich keinen Mist mehr erlauben. Und nicht mal mehr ungeniert herzhaft fluchen. Alles wird sofort abgeschaut und
kopiert. Immerhin gesünder ist das Leben geworden: Für Rauchpausen fehlt die
Zeit.
Der
Zusatzaufwand für die unmündigen Haushaltsmitglieder wäre ja noch zu leisten,
man kann sich das aufteilen, wo man praktischerweise schon zu zweit
verantworltich ist für das Chaos: Waschen, Aufräumen, Verpflegen, ok, sie
können es ja noch nicht. Das gehört dazu.
Aber wo
es aufhört, lustig zu sein, ist diese geballte Unvernunft, die im täglichen
Umgang immer wieder hochkommt. Es sind Punks, man kann es nicht anders sagen. Diese
diabolische Lust am Provozieren, woher haben die das nur? Nun will er sich
nicht anziehen. Einfach so. Kategorisch. Und wieso soll ich nun ruhig Blut
bewahren, liebevoll Verständnis äussern, taktisch klug Alternativen
vorschlagen, wenn ich doch viel lieber die Herausforderung annehme, mit dem
zweijährigen Trotzkopf lustvoll zu streiten. Auf Augenhöhe, versteht sich, wie
ich es schon mit seinen älteren Schwestern immer noch tue. Sollen die mal
vernünftig werden. Ach, leider sind sie es noch weniger als ich.
Elterntest aus Recyclingmaterialien
Unterdessen steht für mich fest, dass ich den Elterntest nie bestanden hätte, wenn es einen gäbe. Bei Geduld und Sanftmut wäre mir bei der Prüfung der Faden mehrfach gerissen und in der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär habe ich den Tagesbefehl verachtet und demonstrativ nie eines Blickes gewürdigt. Nun finde ich mich jeden Morgen vor dem Familienkalender und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von potenziellen subversiven kleinen Kämpfern. Und wenn wir schon beim Militär sind (Dienstpflicht erfüllt!) Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören.
Unterdessen steht für mich fest, dass ich den Elterntest nie bestanden hätte, wenn es einen gäbe. Bei Geduld und Sanftmut wäre mir bei der Prüfung der Faden mehrfach gerissen und in der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär habe ich den Tagesbefehl verachtet und demonstrativ nie eines Blickes gewürdigt. Nun finde ich mich jeden Morgen vor dem Familienkalender und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von potenziellen subversiven kleinen Kämpfern. Und wenn wir schon beim Militär sind (Dienstpflicht erfüllt!) Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören.
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Freitag, 29. März 2019
Muss ich mir das auch noch anhören?
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| Die Grazien waren schnell gewählt, doch die Männer zierten sich lange. Und die schönsten drei nahmen Reissaus. |
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28 Skipper Dr, West Islip, NY 11795, USA
Donnerstag, 28. März 2019
Was tun Sie eigentlich in den Ferien?
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| Das dicke Kind rechts aussen hat eine gewisse Ähnlichkeit mit dem amerikanischen Präsidenten. Das Kotzen passt dazu. |
Paulo Zedmic: Ich würde ja gerne, aber ich bin leider schon verplant. Da das Hallenbad und der ‹Nebelspalter› über den Sommer zu sind, profitiere ich von verlängerten Ferien. Ich habe eine Pokerreise nach Las Vegas gebucht, dann eine Fastenwanderwoche im Kanton Schwyz und ein theologisches Seminar in einem Schottenkloster.
Da will ich meine moralische Verfassung etwas stärken, man verbraucht ja so viele Nerven mit den Kindern. Ausser mit meinem jüngsten Spross, von dem schon lange nicht mehr die Rede war. Denn er ist mittlerweile ein gutes halbes Jahr alt und so pflegeleicht und ruhig, die ganze Zeit – ein einziger Bébé-Schatz! Davon träumt jeder Erzieher. Er liegt und lächelt tagein, tagaus.
Er bewegt sich nur minim, das hat er wohl vom Vater. Sonst ist er zufrieden, wenn er seinen Brei kriegt. Ich bin sehr gespannt, wie er auf die Diät beim Fastenwandern reagiert. Für mich kann sich der zusätzliche Ballast nur positiv auswirken. Den Kleinen nehme ich natürlich überall mit, auch nach Las Vegas und ins Schottenkloster. Ich habe mir extra aus dem Nebelspalter-Güsel-Sammelwagen einen Babyrucksack gebastelt. Die Gambler werden denken, ich hätte das Ding beim Spiel gewonnen. Die Theologenkollegen werden mich für Christopherus halten.
Katastrophe in Kalabrien
Alles hat seinen Preis. Solène (3) ist schwer eifersüchtig auf ihren kleinen Halbbruder. Sie kommt ja bald in den Kindergarten und war noch nie mit mir in den Ferien. So ist das Leben. Solène verbringt die Ferien wie alle anderen Zöglinge bei ihrer Mutter. Nur ein Mal bin ich ja mit allen meinen damals vier Kindern in die Ferien gefahren, nach Kalabrien – eine Katastrophe. Ich schwor damals zu Poseidon: Das mache ich nie mehr.
Es fing schon auf der Fahrt an, wo die Bälger mir in schöner Mikado-Reihenfolge das ausgeliehene Auto vom Nachbar verkotzt haben. Ich musste in Kalabrien einen Esel schlachten, um die Ledersitze neu zu beziehen.
Das war aber auch der einzige Spass in zwei Wochen Stressferien. Nach zwei Tagen band ich am Strand alle mit einem Seil zusammen, damit sie nicht ins Meer sprangen. Trotzdem verbrachte ich weitere Tage damit, plötzlich fehlende Zöglinge zu suchen. Sebastian stellte den einheimischen Mädchen nach und Louis versteckte sich zwei Tage lang grundlos und spurlos. Ich fand ihn dann kurz vor der Heimreise zufällig in der Gelateria, wo er gemütlich in der Eisablage gelegen hatte. Er war ja schon als Baby ein Phlegma. Seither gehe ich allein in die Sommerferien beziehungsweise nur mit dem unproblematischen Babybub am Rücken. Sorry, Walter.
Grande Finale
Ich freue mich riesig auf die Ferien, da ich sonst viel zu wenig Zeit für meine Hobbys habe. A propos: Ich wurde ja eben noch für eine DJ-Tour nach Malaysia eingeladen. Aus heiterem Himmel! Da gebe ich natürlich gern nochmal zwei Ferienwochen drauf und riskiere sogar, später als meine eintrudelnden Zöglinge zu Hause zu sein. Wenn man weit weggeht, kann man immer Flugstreiks geltend machen und ein paar Tage Verantwortungslosigkeit rausschinden. Was bleibt den Müttern anderes übrig, als das Kind eine zusätzliche Woche zu betreuen? Es ist ja schliesslich auch ihres.
Paulo Zedmic (42) hat auch ein Diplom als Ferientechniker. Seinen schönsten Urlaub verbrachte er auf Madagaskar, wo er sich als Portier im königlichen Harem verdingte.
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8251 Preston Ct, Jessup, MD 20794, USA
Mittwoch, 27. März 2019
Die Frau hat zuhause die Hosen an
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| Luxusproblem: Linksautonome haben wenigstens noch Komunen, wo sie Unterschlupf finden, wenn es nicht mehr geht. |
Gestern
durfte ich das Baby hüten. Unsere kleinste ist nun schon 4 Monate alt, aber auf
meinen Armen war sie zuvor wohl erst ein paar Stunden. Ein typisches Mamatitti,
was solls. Sie gab mir gestern deutlich zu verstehen, dass der Adlat nicht gut genug ist.
Kinder fragen halt
Bevor
sie sich ihr Kindergartentäschli umhängte und ging, fragte die Tochter neulich,
ganz nebenbei, als letzte am Frühstückstisch, kurz bevor sie zum Kindergarten
aufbrach, eine jener unschuldigen Fragen, die nur eine 5-jährige fragen, und
die ein Spiegel sind für vieles: Natürlich machte sie klar, dass wir beide es
hörten, was ja auch oft genug vorkommt, dass wir beide am Familienfrühstückstisch
sitzen. «Wie wär’s wohl, wenn Mama einen Papa geheiratet hätte, der auch gern
befielt?»
Gelegenheit für ein Lächeln
Wir
waren ihr dankbar für diese hübsche Frage. Es gab eine Gelegenheit zum
Lächern. Eigentlich ist es ja suboptimal, wenn zwei Elternteile gleichzeitig da
sind. Rein von der ökonomischen Arbeitsteilung her sind das überflüssig
gebundene Ressourcen. Aber es ist halt auch wertvoll, vielleicht
lebenserhaltend, wenn regelmässig alle Köpfe der Familie da sind, wenigstens zu
zwei Mahlzeiten des Tages.
Ich bin
nicht der Typ, der meine Partnerin zuhause herausfordert. Dann schon eher der
vornheme Pascha, ein harmoniesüchtiger, ausrangiertes Modell eines verhinderten Patriarchen, Knecht des Matriarchats.
Der
Zusatzaufwand für die unmündigen Haushaltsmitglieder wäre ja noch zu leisten. Man
kann es sich aufteilen, wo man praktischerweise schon zu zweit verantwortlich
ist: Waschen, Aufräumen, Verpflegen, ok, sie können es ja noch nicht. Ein
bisschen Chaos ist die Würze im Leben.
Nostalgie für Singles
Meine
Göttin, meine Domina, meine Regisseurin, meine Königin. Vergöttere die
Hausfrau.
der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär verachtete ich den Tagesbefehl und würdigte ihn demonstrativ nie eines Blickes. Nun finde ich mich am Morgen vor dem Familienkalender wieder und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von kleinen Kämpfern. A propos Armee. Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören. Und es wird zum Glück alles immer besser: Seit neustem deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch. Und wenn alle fertig sind, wird der Tisch gesäubert und die Küche retabliert: Alles wandert wieder zurück an den Ort, wo es gehört. Cool, oder?
der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär verachtete ich den Tagesbefehl und würdigte ihn demonstrativ nie eines Blickes. Nun finde ich mich am Morgen vor dem Familienkalender wieder und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von kleinen Kämpfern. A propos Armee. Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören. Und es wird zum Glück alles immer besser: Seit neustem deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch. Und wenn alle fertig sind, wird der Tisch gesäubert und die Küche retabliert: Alles wandert wieder zurück an den Ort, wo es gehört. Cool, oder?
Langsam,
aber sicher, freunde ich mich mit der Rolle des Adlaten an. Aber einen Moment zu spät. Der Knecht ist zufrieden, solange er vorwurfsfrei
alles in seinem eigenen Tempo durchziehen könnte. Ewig. Und das ist nun wirklich zu lang.
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Kolumne,
Mittwoch,
Scherben,
unredigiert,
Wir Eltern
Standort:
Carthage, Tunesien
Dienstag, 26. März 2019
Trickli findi blöd
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| Ups, der Fisch ist ein bisschen fischig geworden: Auf Digitalfotos bleibt aber selbst hochverderbliche Ware lange frisch. |
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Zeit
Standort:
Scuol, 7550 Scuol, Schweiz
Montag, 25. März 2019
Der ewige Test
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| Alvagni ist neudeutsch für Alvaneu. Der Ort ist weniger für sein Fürstentum bekannt als für die innovative Hotelerie. |
Dienst nach Vorschrift genügt nicht. Es ergibt auch keinen Sinn, Spaghetti
Carbonara zu kochen, wenn man weiss, dass eines von drei Kindern dieses Gericht nicht mag. Dann muss man halt etwas neues suchen.
Mütter bevorzugt - und jetzt?
Lotte findet Mama besser als mich. Naja. Das kann ich nicht ernst nehmen. Es
ist im Grunde erstaunlich, dass immer noch jede zweite Ehe hält. Die
Unverbindlichkeit, das Wagnis, dass man eben nie im Voraus weiss, was kommt,
das ist der Reiz. Ja, Kinder haben ist die Challenge meines Lebens. Und ich
gebe zu, es bringt mich fast täglich an den Rand der Überforderung. Nun gut,
vielleicht übertreibe ich wieder. Aber meine Partnerin übertreibt es auch
gerne, deswegen haben wir vor Jahren ja auch zusammen gefunden. Ja, man kann
scheitern. Und früher oder später verlieren alle. Aber die
Vater
werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Es hat eine Weile gedauert,
bis ich es gecheckt habe. Aber wie die meisten Sprichwörter ist halt auch
dieses leider sehr wahr. Das Abenteuer Elternsein hat mich schleichend
eingeholt, vom Überschuss an Lebenslust ist zwar noch ein kleiner Rest da, aber
es fehlt die Zeit, um sie einzulösen. Denn das eigene Glück steht nicht mehr im
Zentrum. Am meisten stresst mich, dass jetzt alles so effizient sein muss.
Die Dekade des Bienenfleisses endet abrupt
Ich
habe mich nun auf die Dekade im Zeichen des Bienenfleisses eingestellt. Willkommen
in der Verantwortung, die man nirgends bestellen würde, wenn es die Kinder im
Katalog gäbe. Aber sie wird einfach mitgeliefert, beziehungsweise mehrfach,
gopf! Plötzlich ist man Vorbild, kann sich keinen Mist mehr erlauben. Und nicht
einmal mehr ungeniert herzhaft fluchen. Alles wird sofort abgeschaut und
kopiert. Immerhin gesünder ist das Leben geworden: Für Rauchpausen fehlt die
Zeit.
Der
Zusatzaufwand für die unmündigen Haushaltsmitglieder wäre ja noch zu leisten,
man kann sich das aufteilen, wo man praktischerweise schon zu zweit
verantworltich ist für das Chaos: Waschen, Aufräumen, Verpflegen, ok, sie
können es ja noch nicht. Das gehört dazu.
Aber wo
es aufhört, lustig zu sein, ist diese geballte Unvernunft, die im täglichen
Umgang immer wieder hochkommt. Es sind Punks, man kann es nicht anders sagen. Diese
diabolische Lust am Provozieren, woher haben die das nur? Nun will er sich
nicht anziehen. Einfach so. Kategorisch. Und wieso soll ich nun ruhig Blut
bewahren, liebevoll Verständnis äussern, taktisch klug Alternativen
vorschlagen, wenn ich doch viel lieber die Herausforderung annehme, mit dem
zweijährigen Trotzkopf lustvoll zu streiten. Auf Augenhöhe, versteht sich, wie
ich es schon mit seinen älteren Schwestern immer noch tue. Sollen die mal
vernünftig werden. Ach, leider sind sie es noch weniger als ich.
Elterntest und Dienstpflicht
Unterdessen steht für mich fest, dass ich den Elterntest nie bestanden hätte, wenn es einen gäbe. Bei Geduld und Sanftmut wäre mir bei der Prüfung der Faden mehrfach gerissen und in der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär habe ich den Tagesbefehl verachtet und demonstrativ nie eines Blickes gewürdigt. Nun finde ich mich jeden Morgen vor dem Familienkalender und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von potenziellen subversiven kleinen Kämpfern. Und wenn wir schon beim Militär sind (Dienstpflicht erfüllt!) Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören. Und es wird ja zum Glück immer besser: Seit neustem deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch, und wenn alle fertig sind, wandert alles wieder zurück an den Ort. Cool, oder? Soll noch jemand sagen, die Gesellschaft mache keine Fortschritte. Und das machen natürlich auch die Kinder – von alleine.
Unterdessen steht für mich fest, dass ich den Elterntest nie bestanden hätte, wenn es einen gäbe. Bei Geduld und Sanftmut wäre mir bei der Prüfung der Faden mehrfach gerissen und in der Königsdisziplin „Denken für andere“ hätte ich versagt, weil ich vor lauter Hirnen mich selbst vergessen hätte. Wie simpel und lustig war mein Leben, als ich noch allein war! Im Militär habe ich den Tagesbefehl verachtet und demonstrativ nie eines Blickes gewürdigt. Nun finde ich mich jeden Morgen vor dem Familienkalender und checke die diversen Aktivitäten der Kleinen. So eine Liste hilft beim Führen von potenziellen subversiven kleinen Kämpfern. Und wenn wir schon beim Militär sind (Dienstpflicht erfüllt!) Noch so ein Ärgernis, das man sich mit der Familie einhandelt: Plötzlich hat man den Führungsjob, den man nie anstrebte. Leider ist er schlecht bezahlt. Aber man soll ja immer auf einer positiven Note aufhören. Und es wird ja zum Glück immer besser: Seit neustem deckt sich unser Frühstückstisch vollautomatisch, und wenn alle fertig sind, wandert alles wieder zurück an den Ort. Cool, oder? Soll noch jemand sagen, die Gesellschaft mache keine Fortschritte. Und das machen natürlich auch die Kinder – von alleine.
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Alvagni, 7492 Albula/Alvra, Schweiz
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