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Donnerstag, 6. August 2020

Schlafende Löwen wecken

Der besondere Blick: Ein Stück Absperrband vom Central, als alles noch gut schien, auch die Kommunikation, ja, das wärs.
Die Mutter las ein Buch, das spannend tönte. Es war eine schwere Thematik, doch gerade das fand er interessant: «Löwen wecken!», hiess der Titel. Und das ist ja nun in der Tat ein vielversprechender Titel, in allen Sinnen des Worts.

Dienstag, 24. Dezember 2019

Houllebecks Blamage

Houllebeck und Blatter hätten die Szene nicht schöner stellen können: Im Publikum sah damals niemand die Gesichter.
Houllebeck wurde an der 20-Yardlinie von Blatter abgefangen. Die 33 der Kings war ein guter Läufer, aber gegen das Stellungsspiel von Blatter war er nicht gut genug. Später erinnerte sich Hollebeck, der ja nach der Sportkarriere höchst erfolgreich ins Philosophenfach wechselte und in Stanford Profesor wurde, an das sonnige Gemüt seines Gegenspielers: Blatter war keine Leuchte, aber oft zufrieden. Sein Übername war Pu der Idiot und er schleckte viel Honig, um sein Kampfgewicht zu erreichen. 

Mittwoch, 8. Mai 2019

Ida, Nellie und Alfred

Alfred Jarry war kein Ignorant, sondern ein Tagträumer. Es wäre aber ein Zufall, wäre er mit Nellie Bly hier auch gewesen.
Soeben habe ich drei bis fünf Aktenmappen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia im Altpapier entsorgt. Es hat mir ein bisschen Mühe gebracht, weil ich nicht weiss, ob ich Nellie Bly, Ida Tarbell oder auch Alfred Jarry je wieder antreffen. Ich möchte aber hoffen, dass dem so sei.

Freitag, 15. Februar 2019

Bedürfnisse abklären

Man sah es dem Bild überhaupt nicht an, dass der Nostalgiewagen nicht fuhr und dass die Fotosessino sehr anstrengend war.
Mike wusste eine Menge über Lastwagen. Etwa, dass sie 16 Reifen haben und dass so einer neu eine halbe Million Franken kostete. Ein Lastwagen ist also ein teures Ding, preislich vergleichbar mit einem gelben Porsche. Also sagte er dem Clown, er solle nach Bamako fliegen und zuerst vor Ort eine Bedürfnisabklärung machen. Um herauszufinden, ob Jacques sich erstens überhaupt immer noch einen  Lastwagen wünschte. Und zweitens, was für ein Modell dem Destinatairen vorschwebte.

Sonntag, 4. November 2018

Told And Untold Titles

Die Altstadt von Split sollte man auch wieder mal aufräumen: Vielleicht machen wir es in zwei mal, dann ist es ein Splitt.
Die Buchreihe «Edition Altlasten im Schreibgarten bei Lulu» ist sehr unstetig und unvollständig. Bisher sind erst zwei Bändchen erschienen, aber die Fortsetzung ist ja auch eine Lebensaufgabe.

Samstag, 1. September 2018

Die Sackgasse


«Ich kenne einen Zukunftshafen, wenn ich einen seh.», rief Joe. Doch er guckte läz, putschte in einen Ballon und stürzte ab.
Die Stadt Solothurn ist nicht nur für ihre gastfreundlichen Hirten bekannt, sondern auch für ihre Bahnhöfe. Wenn man aber einen Weg zum krummen Turm über die Aare sucht, kann es sein, dass man in einem Ökonomiegebäude der SBB stecken bleibt. Im Dach, trotz Stiefeln, immerhin.

Sonntag, 24. Juni 2018

Wo Alonso seinen Salat kauft

Das Bild ist echt: Dem Schild nach dürfte es sich um die West-Strasse handeln. Wahrscheinlich ist es sogar die Nummer 49.
Alonso wohnt zwar im Welschen, er kauft seinen Salat aber auch in der Migros, wie viele andere auch. Mir macht nur ein bisschen Sorgen, dass er als relativ junger Mann nicht zu Fuss posten geht.

Montag, 11. Juni 2018

Der elfte Juni aus Sicht von Sir Fisk

Der Japananische Zengarten ist ein Freipass für Trottelbots: In diesem Foto verstecken sich deren drei. Findest du sie?
In 950 kämpfen auch Berengarius II zusammen mit seinem Sohn Adalbert gegen die Bischöfe und die Kirche. Im Jahre 957 finden wir Berengario auf der Insel St. Julius, die sich in eine Festung verwandelt hat, als er mit dem deutschen Kaiser Otto I. um den Thron von Italien kämpfte, sich mit seinem Sohn einsperrte und zwei Monate lang von Litolphus, dem Sohn von Otto, belagert wurde. Im Jahre 962 zog Otto selbst gegen Berengario, besiegt, aber nicht gezähmt, der sich in der Festung von S. Leo im Herzogtum Spoleto verbarrikadierte, während er auf der Insel S. Giulio Königin Willa mit den Schätzen aus dem Königspalast von Pavia landete und die Befestigungen restaurieren liess. Regina Willa ergab sich nach einer historischen Belagerung, Otto erwies sich bei den Verlierern und bei ihr als besonders mild und ließ sie frei, ihren Mann zu erreichen. Wie wir gesehen haben, hat sich Willa, Gattin des Königs von Italien, Berengarius II., Rebellenkönig, der ein vom Kaiserreich unabhängiges autonomes Königreich schaffen wollte, im Jahre 962 mit dem königlichen Schatz auf der Insel eingeschlossen. Otto traf die Entscheidung, der Rebellion dieser Figur und seiner Frau ein für allemal ein Ende zu setzen. Er befahl die Belagerung der von Willa besetzten Insel. Und inmitten dieses Wirbelkriegers gebar die Frau von Robert von Volpiano, Leutnant der Königin Willa, seinen vierten Sohn, den großen Abt Wilhelm von Volpiano. Als Mönch des Benediktinerordens, Abt von bis zu vierzig Klöstern, die er reformierte und wieder aufbaute, brachte er dem mittelalterlichen Europa einen neuen Atem.

Freitag, 26. Mai 2017

Einmal ist keinmal

Das ist kein Foto, das ein Automat nicht lesen dürfte. Aber fände er es lustig, wenn er es könnte?
Dieses Wochenende sind sie also wieder, die Solothurner Literaturtage. Die Neununddreissigsten. Mit der 11-i-Stadt verbindet mich eine gute, alte Radiozeit an den Jurasüdfüssen. Das Foto oben allerdings wurde in Olten aufgenommen, was bekanntlich nicht nur am Nabel der Kleinkunstwelt, neben Trimbach, sondern auch im Kanton Solothurn liegt. Die Bildwahl mag dem einen oder anderen «gestört» erscheinen, aber man sollte sich darüber nicht zu lange den Kopf zerbrechen. Denn hinten fährt bereits der Zug ein, schau, ein Kolibri! Nicht dass wir es wieder verpassen, die Zeit, wo besonders viele schwarz gekleidete Kulturleute mit Schal den Turm der St. Ursen-Kathedrale erklimmen, um die Aussicht zu geniessen. Aber an den Filmtagen kann man das ja auch tun, die Kulturleute bestaunen. Übrigens: Liebe Grüsse an Sämi, den besten Kebabier des Landes. Seit Jahrzehnten, muss man sagen, in einer Stadt mit quasi solothurnischer Beizendichte, wo an jedem Kreuz eine Cocktailbar steht! Jetzt habe ich gar nichts über meine Erlebnisse an den Literaturtagen geschrieben, aber das holen wir ein andermal nach. Oder kennt ihr schon die Geschichte vom zügigen Rauchen mit Rolf und Susi auf dem Fussballplatz? Eben. Es sind auch zwei Stories, eigentlich.

Dienstag, 4. April 2017

Der Zirkus ist da

Aus dem Privatarchiv eines echten Ritters: Hochzeitskuss im Schloss Hallwyl, 1974. (Quelle: willinaef.ch)
Es soll ja Wirrköpfe geben, die ernsthaft an einer Technik der Bilokation feilen. Kaum jemand gibt einem solchen Projekt aber Chancen. Mit gutem Grund, zumal die Realität durchaus ihre Berechtigung hat. Ja, es stimmt: Man kann nicht überall sein, und sogar Padre Pio ist schon lange tot. Ob es aber stimmt, dass der Heilige tatsächlich an zwei Orten gleichzeitig erscheinen konnte? Das ist nur schwer zu überprüfen, das Unwort «fact checking» in Ehren. Wahr ist aber, dass man nicht überall dabei sein muss, um eine gute Geschichte zu hören. Und viele gute Geschichten kann man ja auch online nachlesen, meinetwegen auch in einem guten, alten Buch. Die Nostalgiker, die an das gedruckte Buch, sind ja auch erstaundlich untot. Genau in diesen Minuten, wo dieser Post erscheint, stellt der weltberühmte Koch Anton Mosimann persönlich seine Autobiografie vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand, der das jetzt liest, da dabei ist, ist extrem klein. Kein Problem, nix verpasst! Man kann alles nachlesen. Oder wer es lieber fantastisch mag, der buche beim Geistschreiber einen Erzählabend. Echt, das gibts! Aber nur nicht zuviele Ritterlieder hören, gellt.